„Fringe“: Neuer Spuk vom „Lost“-Macher

Seit in den 90er Jahren mit der Kultserie „Akte X“ das Übersinnliche Einzug ins deutsche Wohnzimmer hielt, sind Mystery-Serien aus der PrimeTime nicht mehr wegzudenken. Jetzt startet ProSieben mit „Fringe“ ein Format, das von manchem schon als potenzieller Nachfolger des Quotenhits gehandelt wird. Die Chancen auf Erfolg stehen nicht schlecht: Produziert wird „Fringe“ von J.J. Abrams („Lost“), der zu den Bestbezahlten seiner Zunft gehört. MEEDIA hat die Serie vorab gesehen.

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Wenn am Montag ab 20:15 Uhr auf ProSieben der Pilot von „Fringe– Die Grenzfälle des FBI“ startet, sollte man sein Abendessen besser beendet haben, denn schon in der ersten Viertelstunde werden die Nerven der Zuschauer heftig strapaziert: In einem Passagierflugzeug, dass sich auf dem Weg nach Bosten befindet, breitet sich unter den Passagieren plötzlich ein Virus aus, der die Insassen bis aufs Äußerste entstellt und tötet.

FBI-Agentin Olivia Dunham (Anna Torv) wird gemeinsam mit ihrem Kollegen und heimlichen Geliebten John Scott (Mark Valley) mit der Untersuchung der mysteriösen Todesfälle beauftragt. Als Scott im Laufe der Ermittlungen selbst erkrankt und fürchterlich entstellt wird, sucht Olivia Hilfe beim geisteskranken Havard-Professor Walter Bishop (John Noble). An den verwirrten Doktor, der seit rund 20 Jahren in der geschlossenen Psychatrie sitzt,  kommt Olivia allerdings nur durch Bishops hochintelligenten Sohn Peter Bishop (Joshua Jackson) heran. Da es um die Vater-Sohn-Beziehung jedoch nicht zum Besten bestellt ist, gibt es immer wieder heftigen Streit im neu formiertem Dreier-Gespann.

Indessen häufen sich die mysteriösen Fälle: Menschen sind in Bernstein eingefroren, ein Baby altert innerhalb weniger Minuten um 80 Jahre, und es werden Experimente an Menschen mit elektromagnetischen und radioaktiven Strahlen durchgeführt – doch das ist nur der Anfang. Schon bald findet das Ermittler-Team um Olivia und Dr. Bishop heraus, dass dieser fatale Flug und Johns Entstellung nur der Beginn einer viel größeren Tragödie ist.

Wer bei „Fringe“ nach logischen Erklärungen der übersinnlichen Ereignisse sucht, wie es in „Akte X“ noch üblich war, ist fehl am Platz. In den neuen Mystery-Serien wird die Akzeptanz des Mysteriösen beim Zuschauer vorausgesetzt. Telekinese, Bionik und abstruse Mutationen – die Zutaten sind altbekannt, nach wirklich naturwissenschaftlichen Erklärungen fragt hier keiner mehr. Aber immerhin: der Hauptverdächtige ist irdischen Ursprungs. Ein internationaler Konzern soll für die Vorkommnisse verantwortlich sein.

Dennoch darf der Zuschauer wohl weniger auf große Aha-Momente hoffen, Spannung wird bei „Fringe“ eher durch permanente Wendungen und Drehungen der Story erzeugt.  Diese Art des Erzählens hat Produzent J.J. Abrams schon bei „Lost“ in Perfektion betrieben, und es gelingt ihm nicht minder bei seiner neuen Mystery-Serie. Im Gegensatz zu „Lost“ wirkt “Fringe“ jedoch viel aufgeräumter und übersichtlicher: Pro Folge wird jeweils ein Fall behandelt und abgeschlossen. Das könnte ein entscheidender Vorteil im Quotenkampf sein, da sich der deutsche Zuschauer bekanntlich mit zu komplizierten und übergreifenden  Handlungssträngen eher schwer tut. Auf dem Sender Fox läuft „Fringe“ nach anfänglichen Schwierigkeiten mittlerweile mit ordentlichem Erfolg.

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