Annie Leibovitz verpfändet Foto-Rechte

Die Finanzkrise macht auch vor den ganz Großen der Branche nicht halt. Die „New York Times“ hat in einem Artikel über Kunst-Pfandhäuser aufgedeckt, dass die Star-Fotografin Annie Leibovitz die Rechte an ihren gesamten und künftigen Fotos an das Pfandhaus Art Capital Group abgetreten hat. Grund: Sie braucht offenbar dringend Bargeld, um Zinsen für mehrere Häuser in Manhattan bedienen zu können.

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Insgesamt hat sich Leibovitz von der Art Capital Group 15 Millionen US-Dollar in zwei Tranchen geliehen. Neben den Rechten an all ihren Fotos hat sie als Pfand außerdem drei Stadt-Häuser in Greenwich Village und ein Landhaus eingesetzt. Die „New York Times“ zitiert Bekannte von Annie Leibovitz, die sagen, dass die Fotografin das Frischgeld braucht, um Zinsen und weitere „finanzielle Verpflichtungen“ zu bedienen. Unter anderem ging es wohl um Steuer-Nachzahlungen und Rechtsstreitigkeiten.

Firmen wie die Art Capital Group, ArtLoan oder Art Finance Partners haben sich darauf spezialisiert, als eine Art Kultur-Pfandhaus Kunstwerke zu beleihen oder für Künstler und Sammler tätig zu werden. So hat auch der New Yorker Maler und Regisseur Julian Schnabel („Schmetterling und Taucherglocke“) bei der Art Capital Group Immobilien verpfändet, um an Bargeld zu kommen. Sollte jemand aus dem illustren Kreis der Kundschaft sein Pfand nicht mehr auslösen können, machen die Pfandleiher das Werk selbst zu Cash. Oder verschönern damit ihre Lobby. Im Gebäude der Art Capital Group hängen u.a. zwei Warhols und diverse Rubens. Im Besprechungszimmer hockt in der Ecke die Statue eines Fauns des italienischen Tierbildhauers Rembrandt Bugatti. Wie eine Mahnung an die kunstsinnige Kundschaft, dass manches zu Geld gemachte Werk die Hallen der Pfandleiher nicht mehr verlässt.

Das Geschäft mit der beliehenen Kunst boomt in der Krise. Viele gut Betuchte brauchen dringend Bares, um ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Die Art Capital Group rechnet in 2009 mit einem Gewinn von 120 Millionen Dollar, nach 80 Millionen im Vorjahr.

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