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Zeitschriften-Werbung dramatisch im Minus

Die neuen Brutto-Werbeumsatz-Zahlen von Nielsen Media Research zeigen eine miserable Entwicklung in den deutschen Publikumszeitschriftenverlagen. Im Februar wurde 15,4% weniger mit Werbung umgesetzt als ein Jahr zuvor, auf das Gesamtjahr 2009 gerechnet erhöhen sich die Umsatzverluste damit auf 13,5%. Die erreichten 506,78 Mio. Euro sind zudem der geringste Brutto-Werbeumsatz den Nielsen in diesem Jahrzehnt jemals gemessen hat. Besser sieht es für Zeitungen und Radio aus.

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Noch ein bisschen dramatischer lief es laut Nielsen im Februar für die Fachzeitschriften, sie lagen nämlich sogar 17,6% unter den Zahlen des Vorjahresmonats. Kumuliert gingen dort in Januar und Februar 11,9% der 2008-Umsätze verloren. Unter den Vorjahreswerten liegen zudem die Kinowerbung (-48,5%), die aber insgesamt keine sehr gewichtige Rolle im Werbemarkt spielt, sowie die Plakatwerbung, die 7,5% einbüßte.

Nur leicht unter den Zahlen aus 2008 befindet sich die TV-Werbung. Mit 1,156 Mrd. Euro (-1,4%) erreichte man beinahe den Vorjahreswert und ist weiterhin das mit Abstand werbeumsatzstärkste Medium Deutschlands. Der Februar lag sogar leicht über dem des Jahres 2008. Deutlich gewachsen sind sogar die Tageszeitungen (ohne Rubrikenanzeigen) mit einem Plus von 11,7%, sowie das Radio mit 14,1%. Insgesamt wurden laut Nielsen in den beiden ersten Monaten 2009 rund 2,826 Mrd. Euro mit Werbung umgesetzt, 0.3% weniger als im selben Zeitraum 2008.

Ein paar Anmerkungen dürfen im Zusammenhang mit den Zahlen von Nielsen Media Research allerdings nicht fehlen. So handelt es sich bei den Werbeumsätzen um Brutto-Zahlen. Eventuelle Rabatte werden nicht beachtet. Gerade in Zeiten, in denen das Geschäft mies läuft und die Verlage und Sender um jeden Kunden kämpfen müssen, dürften diese Rabatte besonders hoch sein. Die tatsächlichen Umsatz-Einbußen könnten also dementsprechend noch wesentlich höher sein. Zudem werden Austauschgeschäfte nicht mit einberechnet. Druckt also der „stern“ zehn Seiten Werbung für andere Gruner+Jahr-Blätter wie „Geo“, „Gala“ oder „Neon“, so werden sie als voll bezahlte Anzeigen gewertet. Die Nielsen-Zahlen sollten also nicht als absolute Wahrheit angesehen werden, sondern lediglich als Indiz für die Entwicklung im Werbemarkt. Dies vorausgesetzt sehen die kompletten Zahlen nach zwei Monaten des Jahres so aus:

(Tabelle: Nielsen Media Research)

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