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WSJ.com: „In der Krise Flucht zur Qualität“

22 Millionen Nutzer können nicht irren: Das Online-Angebot des renommierten "Wall Street Journals" zählt zu den erfolgreichsten Finanz-Websites der Welt. Im Februar wurde WSJ.com um einen europäischen und asiatischen Teil ergänzt. MEEDIA sprach mit dem verantwortlichen Direktor des Relaunchs, Tristan Leaver, und dem Chefredakteur des europäischen Portals, Neil McIntosh, über den Web-Erfolg des Renommee-Titels, Wachstum in Krisenzeiten und dem Festhalten am Bezahlmodell.

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MEEDIA: Was hat sich im Zuge des kürzlichen Launchs von Europe.wsj.com geändert?
 
Neil McIntosh / Tristan Leaver: Die jüngsten regionalen Entwicklungen bauen auf dem umfassenden Redesign von WSJ.com im letzten September auf. Damals wurden ein neues Design und wirkungsvollere Anzeigenformate eingeführt, darüber hinaus wurden mehrere neue Features für Abonnenten und weitere Leistungen für alle Nutzer der Site realisiert. Damals kündigten wir bereits an, dass das Redesign die erste von vielen Maßnahmen sein würde, die in den kommenden Monaten folgen würden. Durch den Launch von  erweiterten regionalen Sites, mit neuen Inhalten, mit neuen Features und eigenen Redaktionsteams haben wir darin investiert, ein regional noch relevanteres „Benutzererlebnis“ für die Leser in Europa und Asien zu schaffen. Es ging darum, generell das „Benutzererlebnis“ für Abonnenten und Nichtabonnenten zu verbessern.

Aber auch die jüngsten Weiterentwicklungen sind nicht das Ende der Veränderungen. Wir arbeiten ständig an Veränderungen und Verbesserungen der Sites, viele neue Features werden in den kommenden Wochen und Monaten folgen. Zu den wichtigsten Veränderungen des jüngsten Launchs zählen:  allgemeiner „Look & Feel“, Design und Layout, verbesserte Navigation, um die Tiefe und Breite der Inhalte besser zugänglich zu machen, erweiterte und mehr regional relevante Inhalte und Features (dazu gehören eine Themenseite für UK , regionale Marktdaten, Videos, etc.). Es ging darum, die Inhalte einfacher zugänglich zu machen und  insgesamt eine reibungslose Nutzung auf der gesamten Site zu ermöglichen, unabhängig davon, ob jemand nur für Abonnenten zugängliche Inhalte nutzt oder frei zugänglichen Content.   
 
An wen richtet sich Ihr Angebot in erster Linie?
 
Europe WSJ.com richtet sich an jeden, der an Unternehmens-, Finanz-, Politik- und Wirtschaftsnachrichten interessiert ist, aber mit einem regionalen Blickwinkel. Es ist eine Website, die in Europa herausgegeben wird – für Europäer – deshalb spielen Nachrichten aus der Region eine Hauptrolle, aber es geht natürlich nicht nur um Nachrichten über Europa.  Die neue Europa-Site baut auf dem umfassenden Redesign von WSJ.com im letzten September auf. Damals wurden ein neues Design, wirkungsvollere Anzeigenformate, und weitere neue Features für Abonnenten, sowie Leistungen für alle Nutzer eingeführt. Dazu gehörten weitere Inhalte für Kleinunternehmen, mehr Technologie-Inhalte, US- und Weltnachrichten, Politik, private Geldanlagen und Lifestyle-Themen.
  
Wie groß ist die WSJ.com Redaktion in Europa inzwischen und weltweit?

 
A: Wir haben kürzlich eigene Redakteure für die Sites berufen, mit Sitz in London, Hongkong und Neu Delhi. Sie werden ihre eigenen Teams in den kommenden Monaten aufbauen (Neil McIntosh ist Chef des Europa-Teams).  Zusätzlich zu ihren eigenen Teams haben sie Zugang zu unserem einzigartigen Netzwerk von 1.900 Reportern und Redakteuren in aller Welt.
 
Entsteht aufgrund dieser Spezialisierung nicht ein Überangebot an Informationen in einer Zeit, da viele Anleger sich – frustriert durch die andauernde Finanzkrise – eher von der Wirtschaftsberichterstattung abwenden?

Nein in Krisenzeiten sehen wir eine Flucht hin zu Qualität, klar ersichtlich aus unserem Traffic-Wachstum und unserer wachsenden Abonnentenbasis.
 
Warum sollten deutsche Nutzer die europäische, aber englischsprachige Site besuchen, wenn sie unter dowjones.de  aus dem Mutterkonzern auch deutschsprachige Wirtschaftsinhalte finden können?
 
dowjones.de ist primär eine Marketingsite der Dow Jones  Enterprise Media Group (EMG) in Deutschland.  Sie umfasst ausgewählte Nachrichten des deutschen Dow Jones Newswire Dienstes, dazu kommen Nachrichten über Rohstoffmärkte von Dow Jones Financial Information Services(FIS). Außerdem bietet die Site Marktdaten und Charts von Dow Jones Insight. Abgerundet wird das Angebot mit einigen Inhalten von WSJ.com (Videos und Top-Nachrichten via RSS), was den Traffic auf WSJ.com erhöht. Die beiden Sites dowjones.de und Europe.WSJ.com ergänzen sich.  
 
Der Großteil der Inhalte auf WSJ.com ist noch kostenpflichtig. Wann kommt die Gratisversion, von der Rupert Murdoch bei der Übernahme von Dow Jones & Co sprach?
 
Leser schätzen unsere Inhalte und wir glauben, dass wir weiterhin eine große und wachsende Anzahl von Abonnenten anziehen können und gleichzeitig ein viel intensiveres “öffentliches“ Nutzungserlebnis auf der neuen Site kreieren können (Nachrichten, Sport, Politik, Lifestyle). Der Kern unserer Informationen – Wirtschafts- und Finanznachrichten und Analysen – stellt einen Wert für unsere Leser dar, wir haben ein Abonnentenmodell mit Erfolgsnachweis – 1 Million Menschen sind Abonnenten von WSJ.com. Wir haben eine gesamte monatliche Nutzerzahl von über 20 Millionen Menschen, deshalb haben wir derzeit keine Pläne, unsere Erfolgsformel zu ändern.
 
Mit dem übergreifenden Relaunch von WSJ.com tragen Sie auch der Globalisierung Rechnung – namentlich den boomenden Schwellenländern China und Indien. Wie wird das Angebot angenommen?

Die ersten Reaktionen auf die regionalen Sites in Asien und Europa und die neue Homepage in Indien waren außerordentlich positiv. Die neuen erweiterten Sites für Europa und Asien bieten Nutzern mehr regional relevanten Content, zusätzliche Features und spürbare zusätzliche Vorteile für Nutzer. All dies dient dazu, die Informationsbedürfnisse unserer Nutzer weiterhin zu bedienen und ihre Zahl auch weiter zu steigern.

Wie hat sich der Traffic entwickelt? Welche Reichweite hat WSJ.com inzwischen weltweit?

Es ist zu früh, um Traffic-Zahlen für die neuen Sites bekannt zu geben. Die Januar-Zahlen für WSJ.com betrugen 22 Millionen Nutzer weltweit und für das gesamte WSJ Digital Network waren es 34 Millionen.
 
Der WSJ.com Mobile Reader ist nun in Europa für Blackberry verfügbar, wann kommt die mobile Applikation für das iPhone?
 
Wir planen ein iPhone-Produkt in Bälde.

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Neil McIntosh ist Chefredakteur von wsj.com Europe
Tristan Leaver ist Director, Business and Audience Development EMEA beim Wall Street Journal Digital Network
 

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