Sony-Arbeiter nehmen Chef als Geisel

Publishing Arbeitskampf mit besonders harten Bandagen: Im französischen Pontonx-sur-l'Adour hatten Arbeiter der dortigen Sony-Fabrik Serge Foucher, den Frankreich-Chef des japanischen Elektronik-Konzerns, vorübergehend als Geisel genommen. Die Beschäftigten fordern bessere Abfindungen, wenn der Standort am 17. April geschlossen wird. Der Manager hatte das Werk besucht, um sich persönlich von den 311 betroffenen Mitarbeitern zu verabschieden. Nach einer Nacht ließen die Entführer ihren Boss wieder frei.

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Gegenüber der Französischen Nachrichtenagentur AFP (Agence France Presse) und den Sicherheitskräften sagte ein Arbeiter-Sprecher, dass Foucher nicht auf sie hören wollte und sie einfach keinen anderen Ausweg gesehen hätten.

Die Arbeiter befinden sich noch immer im Ausstand und haben sich in dem Fabrikgelände in der Nähe von Bordeaux verschanzt und die einzige Zufahrtsstrasse mit Bäumen versperrt. Die Polizei hat das Werk umstellt.

Die Entführung ereignete sich bereits am gestrigen Donnerstag. Foucher wurde zusammen mit seinem Personalchef festgehalten. Seitdem verhandeln die Arbeiter mit der Polizei und dem Sony-Mutterkonzern.

Das Kidnapping ist der Höhepunkt einer immer aggressiveren Stimmung unter Frankreichs Arbeitnehmern. Erst am Vortag hatte der deutsche Reifenkonzern Continental Chart die Wut seiner Angestellten in Clairoix zu spüren bekommen. Die Arbeiter hatten Conti-Manager beschimpft und mit Eiern beworfen. Der deutsche Autozulieferer will die Fabrik mit rund 1100 Beschäftigten schließen.

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