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Aus für „Geldidee“ und „Wertpapier“

Die nächsten Opfer der Medienkrise: Das schwächelnde Wirtschaftsmagazin „Geldidee“ wird eingestellt. Das gab die Bauer Media Group heute Nachmittag bekannt. Gleichzeitig wurden die Rechte an dem Anlegermagazin „Wertpapier“ zurückgegeben. Bauer zieht damit die Konsequenz aus einer desaströsen Auflagenentwicklung. Die 1997 gestartete „Geldidee“ konnte sich weder zum Börsenboom noch in der schwelenden Krise von der Konkurrenz absetzen.

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Freitagnachmittag, beste Zeit um schlechte Meldungen möglichst geräuschlos zu kommunizieren: Nach den Einschnitten und massiven Umbaumaßnahmen der renommierten Wirtschaftsverlage hat nun auch die Bauer Media Group den Rotstift bei seinen Wirtschaftstiteln angesetzt. Und das im radikalen Stil: Die am Dienstag erschienende Ausgabe des „Geldidee“ wird gleichzeitig die letzte gewesen sein.

Das gab die Bauer Media Group heute Nachmittag bekannt. Gleichzeitig gab der Verlag die Rechte am Anlegermagazin „Wertpapier“ an die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz zurück – was einer Einstellung in der Form gleichkommt. Betroffen sind von der Maßnahme 15 Mitarbeiter. 

Opfer der Finanzkrise: „Wirtschaftliche Ziele konnten nicht mehr erreicht werden“

Der Verlag begründete die Maßnahme mit dem „außerordentlich schwierigen Marktumfeld“ und „den schwachen Finanzmärkten“, in denen „die wirtschaftlichen Ziele“ nicht mehr erreicht werden konnten.

Die 1997 gestartete „Geldidee“ blieb bis zuletzt profillos. Weder im Börsenboom noch in der schwelenden Finanzmarktkrise  konnte sich das Wirtschaftsmagazin, das in der Branche als Versuch verstanden wurde, die „Geld-Version der Bild-Zeitung“ sein zu wollen, klar von der Konkurrenz absetzen.
Auch mit der Produktionsauslagerung an den früheren „Capital“-Chefredakteur Ralf-Dieter Brunowsky 2003 konnte keine erkennbare Trendwende eingeleitet werden. Danach wurde die „Geldidee“ von der Redaktion des „Wertpapiers“ erstellt.

Auflagen-Drama: 53 Prozent minus im Einzelverkauf in fünf Jahren
Geholfen haben die Versuche indes wenig. Die Auflagen-Entwicklung der „Geldidee“ kannte in den vergangenen Jahren nur eine Richtung – steil nach unten. Im Gesamtverkauf setzt das Magazin noch 133.145 Exemplare ab. Wobei die Anzahl der sonstigen Verkäufe bereits bei der höchst ungesunden Zahl von 90.811 lag. Insgesamt belieferte der Vertrieb noch 37.689 Abonnenten. Am Kiosk gingen nur noch 4.645 Exemplare über die Theke. Im Fünf-Jahres-Trend bedeutet das ein Gesamt-Minus von 17 Prozent. Im Einzelverkauf büßte das Heft die Horror-Zahl von 53 Prozent ein.

„Wertpapier“ kam im vierten Quartal 2008 auf eine verkaufte Auflage von 15.809 Exemplaren. Geringer war die Auflage des 14-täglichen Magazins in einem vierten Quartal noch nie. Im Sommer 2008 versuchte die Redaktion und das Verlags-Management das angestaubte Heft mit einem Facelift moderner zu gestalten. Überarbeitet wurde das Heftkonzept, die Optik und das Logo. Auch hier blieb der zählbare Erfolg aus.

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