Display-Ads: Google mit Targeting-System

Der Suchmaschinen-Gigant baut sein Geschäft mit Online-Werbung aus. Künftig wird Google Werbekunden das Platzieren von Display-Ads basierend auf Behavioral Targeting anbieten. Dazu speichert das neue „Interest Based Ads“-System das Surf-Verhalten auf Webseiten, die Google-Ads anzeigen (Google-Content-Netzwerk) sowie auf dem Video-Portal YouTube. In der Folge bekommt der User auf diesen Seiten entsprechende Werbebanner angezeigt. Die Beta-Version soll bis Ende des Jahres ausgereift sein.

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Angesichts der immensen Reichweite des Content-Netzwerks, die laut „FAZ“-Netzökonom Holger Schmidt in Deutschland 89 Prozent beträgt, wird die Bedeutung von Google durch das neue Targeting-System im deutschen Web deutlich zunehmen. „Wir sind der Auffassung, dass Werbeanzeigen eine nützliche Informationsquelle darstellen, die Nutzer mit Produkten, Dienstleistungen und Ideen verbinden, für die sie sich interessieren“, sagt Stefan Tweraser, Country Sales Director von Google Deutschland. „Indem wir die Relevanz von Anzeigen erhöhen und die Verbindung zwischen Werbetreibenden und unseren Nutzern verbessern, profitieren beide Seiten gleichermaßen.“

Das neue Targeting-Konzept steht dabei auf zwei Säulen. Zum einen bekommen User, die kürzlich die Webseite von Werbungstreibenden besucht haben, entsprechende Display-Ads auf Seiten des Content-Netzwerks angezeigt. „Wenn sich beispielsweise ein Nutzer im August auf einer Sportbekleidungs-Webseite ein Fußball-Trikot angesehen hat, könnte der Webseitenbetreiber den Nutzer im Dezember mit einer Anzeige auf anderen Webseiten auf besondere Angebote hinweisen, zum Beispiel auf seinen Winterschlussverkauf“, heißt es in der Presseerklärung des Internetunternehmens.

Zum anderen werden die Interessen der Nutzer gespeichert und entsprechend in Werbebanner umgesetzt. „Nutzer, die auf Webseiten des Google Content-Netzwerks oder auf YouTube waren, bekommen in der Folge Werbung basierend auf ihren thematischen Interessen angezeigt. Wenn beispielsweise ein Nutzer einen großen Teil seiner Online-Zeit damit verbringt, sich Auto-Videos auf YouTube und Autotest-Webseiten im Google-Content-Netzwerk anzusehen, wird er von dem neuen System als Autoliebhaber eingestuft“, erklärt Google.

Eventuellen Datenschutzbedenken greift man bereits vor und versichert, dass der User die volle Kontrolle über die gespeicherten Daten erhalte. Dementsprechend könne man die Interessenkategorien einsehen und selber bestimmen, welche Ads man angezeigt bekommen möchte und welche nicht. Sogar ein völliger Verzicht auf die „Interest based Ads“ ist laut Google möglich. Ohnehin würde das Unternehmen nach eigenen Angaben keine personenbezogenen Daten einsehen, sondern lediglich die im Browser gespeicherten Nummern.

Webseitenbetreiber, die Teil des Google-Content-Netzwerks sind, haben bis 8. April Zeit, ihre Datenschutzerklärungen entsprechend zu modifizieren und ihre Besucher darauf hinzuweisen, dass sie „Interest Based Ads“ angezeigt bekommen könnten.

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