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Axel Springer: Gewinn wird 2009 schrumpfen

Es war noch einmal eine Bilanz wie aus einer anderen Ära: Bei der Vorlage der endgültigen Geschäftszahlen für 2008 konnte Axel Springer heute ein Rekordergebnis verkünden. Doch damit endet die Jubelstimmung auch. Für das laufende Geschäftsjahr jedoch gab sich Konzernchef Mathias Döpfner betont zugeknöpft. Angesichts des "extrem volatilen Umfelds" verbiete sich "eine genauere Prognose", verkündete Döpfner. Um dann doch einzugestehen, dass der SDax-Konzern selbst mit einem Gewinnrückgang rechnet.

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Axel Springer-Vorstand Mathias Döpfner hatte heute bei der Bilanzpressekonferenz in Berlin allen Grund zur Freude – und zum Selbstbewusstsein: „Mit Blick auf die Medienbranche und darüber hinaus nehmen wir eine Ausnahmestellung ein“, erklärte Döpfner.

Die Börse indes teilte die Begeisterung nicht. Manchmal reicht nämlich auch ein Rekordergebnis in Krisenzeiten nicht aus, um die Aktionäre zu Kursaufschlägen zu bewegen: Sechs Prozent Umsatzwachstum, drei Prozent Gewinnsteigerung waren nicht genug. Um schnelle zwei Prozent tauchte die Springer-Aktie zur Handelseröffnung nach Bekanntgabe der Geschäftsdaten ab – gegen den auch heute festen Markttrend.

„Eine genauere Prognose verbietet sich“

Börse paradox also? Nur auf den ersten Blick. An den Aktienmärkten wird bekanntermaßen nur die Zukunft gehandelt – nach den Zahlen ist vor den Zahlen. Und die werden im nun laufenden Geschäftsjahr nicht mehr so stark ausgefallen wie noch 2008.

Konzernchef Mathias Döpfner versuchte es angesichts der konjunkturellen Verwerfungen dieser Tage zunächst noch mit einer vagen Formulierung: „Eine genauere Prognose verbietet sich, da sie in dem extrem volatilen Umfeld unseriös wäre“, erklärte der 46-Jährige.

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Klare Ansage: Rekordergebnis wie im Vorjahr werden wir 2009 „natürlich“ nicht erreichen können

Um dann doch sehr klare Worte zu finden: „Für das Jahr 2009 müssen auch wir uns auf ein extrem schwieriges Anzeigengeschäft und die Auswirkungen rezessiver Entwicklungen einstellen.“ Dann folgt die Kernaussage des Tages: „Natürlich werden wir in diesem Umfeld ein Rekordergebnis wie im Vorjahr nicht erreichen können.

„Natürlich“? Damit macht Döpfner erstmals deutlich, dass die Krise auch den größten Zeitungsverlag der Republik trifft: Der Gewinn im laufenden Geschäftsjahr wird nicht weiter steigen, er wird auch nicht stagnieren – er wird tatsächlich fallen.

Springer-Aktie: Teil des Krisen-Szenarios eingepreist

Wie stark der Gewinneinbruch am Ende des Jahres ausfallen dürfte, ist natürlich reine Spekulation. Doch genau das ist schließlich das Geschäft an den Aktienmärkten, die auf die erstmals explizit formulierten Neuigkeiten dann aber doch relativ gelassen reagierten.

Warum, wird bei einem Blick auf die Fundamentaldaten deutlich: Bei aktuell knapp 49 Euro wird die Springer-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 8 bewertet – bei einer gleichzeitigen Dividendenrendite von mehr als 8 Prozent. Gesetzt den Fall, Springers Gewinn bricht im laufenden Jahr nicht krachend ein, so dass an einer vergleichbaren Dividende auch im nächsten Jahr festgehalten werden kann, erscheint es tatsächlich so, als wäre ein Gutteil des Krisenszenarios auf dem gegenwärtigen Niveau der Aktie durchaus bereits eingepreist.

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