Wolfgang Büchner neuer dpa-Chefredakteur

Wolfgang Büchner, derzeit Chefredakteur von Spiegel Online, wird neuer Chefredakteur der dpa. Der 42-Jährige tritt die Nachfolge von Wilm Herlyn an, der in den Ruhestand geht. Die Entscheidung für Büchner fiel nach einem monatelangen Casting, bei der eine Schweizer Headhunter-Agentur nach webaffinen Führungskräften gefahndet hatte. Herlyn hatte die Deutsche Presse-Agentur 19 Jahre geleitet. Büchner soll sein neues Amt spätestens Anfang 2010 antreten. Auf ihn warten schwere Aufgaben.

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Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Karlheinz Röthemeier, sagte zur Wahl des neuen Chefredakteurs: «Wir freuen uns, mit Herrn Büchner nicht nur einen äußerst versierten und erfahrenen Journalisten für die Spitze der dpa-Redaktion gefunden zu haben, sondern auch einen profunden Kenner der neuen, digitalen Medienwelt. Mit ihm wird es gelingen, die Herausforderungen, die sich aus der bevorstehenden Konvergenz der Medien ergeben, erfolgreich und zum Wohl der Kunden der dpa zu meistern. Nach der herausragenden Arbeit von Wilm Herlyn bleibt mit dieser Nachfolgeregelung die Kontinuität in der journalistischen Arbeit bei der Agentur gewährleistet.»
Der gebürtige Speyrer studierte in Heidelberg und Hamburg Politikwissenschaft. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente sich Büchner zwischen 1990/91 bei der Ost-Boulevardzeitung „Neue Presse/Express“ in Halle/Saale. Danach arbeitete er acht Jahre für die Nachrichtenagenturen Associated Press und Reuters, bevor er 1999 nach Hamburg wechselte, um als Chef vom Dienst die «Financial Times Deutschland» mit aufzubauen. Büchner ist seit 2001 bei «Spiegel Online». Im Mai 2008 übernahm er dort gemeinsam mit Rüdiger Ditz die Chefredaktion.
Die dpa steht seit einiger Zeit unter Druck, weil ihre Agenturtexte durch die Verbreitung im Internet urheberrechtlich kaum zu schützen sind. Ende vergangenen Jahres hatte die WAZ-Gruppe zudem den millionenschweren Dienstleister-Vertrag mit der Agentur gekündigt, kurz darauf auch das WAZ-Portal DerWesten. Es wird erwartet, dass weitere Kündigungen folgen, da für viele Verlage die Kosten für die Agentur-Abos immer schwieriger zu refinanzieren sind.
Die dpa beschäftigt weltweit 1200 Mitarbeiter, die sich auf 50 deutsche und rund 100 ausländische Büros verteilen.

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