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Regionalzeitungen im Netz: Tops und Flops

Die Tageszeitungsverlage leiden unter Auflagenschwund und großen Anzeigenverlusten - das Internet wird in diesen Krisenzeiten auch für sie wichtiger. Wollen die Verlage auch in Zukunft ein wichtiges Wort mitreden und im jungen Publikum punkten, müssen sie im Internet gut aufgestellt sein. MEEDIA hat sich die aktuellen IVW-Zahlen angeschaut und sagt, welche Regionalzeitungen im Internet schon gut dabei sind - und wo es noch gehörigen Nachholbedarf gibt.

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An der Spitze der Internet-Ableger deutscher Regionalzeitungen findet sich seit jeher RP Online, Website der „Rheinischen Post“. Mit derzeit 6,66 Mio. Visits beträgt der Vorsprung auf DerWesten aus der WAZ Mediengruppe noch rund 0,94 Mio. Mittelfristig dürfte DerWesten aber die Top-Position einnehmen, schließlich ist die Zielgruppe der Website, nämlich das gesamte Ruhrgebiet, mit rund 5,3 Mio. Einwohnern der bevölkerungsstärkste Ballungsraum Deutschlands. Zudem sind die WAZ-Blätter mit 860.675 täglich verkauften Exemplaren die mit Abstand auflagenstärkste Regionalzeitungsgruppe. Auch auf Platz 3 des aktuellen IVW-Rankings findet sich eine Website aus NRW: Express.de mit 5,28 Mio. Visits. Die Website schiebt sich im Netz damit vor sehr viele Regionalzeitungen mit höherer Auflage:

Auf den weiteren Plätzen des Rankings folgen dann endlich Zeitungen aus anderen Regionen als NRW: „Hamburger Abendblatt“, „Berliner Morgenpost“, tagesspiegel.de und hinter dem „Kölner Stadtanzeiger“ die stärkste bayerische Website Nordbayern.de. Dahinter stecken u.a. die „Nürnberger Nachrichten“, auch auf Papier eine der auflagenstärksten Zeitungen Bayerns. Die beiden anderen starken Zeitungen des Landes, „Augsburger Allgemeine“ und „Münchner Merkur“ finden sich ebenfalls in der Online-Top-20.

Überhaupt nicht vertreten sind die großen niedersächsischen Zeitungen, die „HAZ“ und die „Neue Osnabrücker Zeitung“. Sie haben im Netz noch viel Arbeit vor sich, hatten im Februar nur 644.551 (HAZ.de) bzw. 811.329 Visits (Neue OZ online). Zum Vergleich: Die „HAZ“ verkauft sich auf Papier insgesamt 457.579 mal pro Tag. Da wird das Potenzial im Netz noch lang nicht ausgeschöpft. Auch die „Südwest Presse“ aus Ulm ist mit 452.726 Visits im Vergleich zu 312.813 täglich verkauften Zeitungen noch wenig erfolgreich. Ähnliches gilt für die großen Zeitungen aus den östlichen Bundesländern, z.B. die „Freie Presse“ (539.297 Visits) und die „Thüringer Allgemeine“ (488.408 Visits). Ausnahme im Osten: SZ-Online, die Website der „Sächsischen Zeitung“, die mit mehr als 1,3 Mio. Visits auf Platz 13 unserer Liste zu finden ist. Auch Berlins Papier-Marktführer fehlt dort im Übrigen: Die „B.Z.“ verzeichnete im Februar nur 900.013 Visits – der kürzliche Relaunch soll dort aber in Zukunft mehr Leute auf die Website spülen.

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