Premiere-Werbung: Fußball nein, Formel1 ja

Premiere braucht Geld - dringend. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Sender fast 270 Mio. Euro Verlust. Bis 2011 will Vorstandschef Mark Williams Premiere zurück in die Gewinnzone führen. Auch mit Hilfe von Werbung. Im "Focus" dementierte ein Sendersprecher zwar die Spekulation, dass künftig auch während Bundesliga-Fußballspielen Werbung gezeigt werden könnte. An den Werbeplänen während laufenden Formel-1-Rennen hält der Sender aber fest. Und riskiert damit den Ärger der Abonnenten.

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Es ist ein riskantes Spiel, das Premiere mit der Werbung spielt. Künftig will der Sender-Vermarkter Premium Media Solutions so genannte Split-Screen-Spots während laufender Formel-1-Übertragungen verkaufen. Bisher ein No-go für Premiere. Ein zentrales Verkaufsargument für Premiere-Abos war stets die Werbefreiheit gewesen. Damit hat sich Premiere von den mit Werbung überfrachteten Formel-1-Übertragungen bei RTL abgesetzt.

Entsprechend versucht der Sender zu beschwichtigen. Der so genannte „Live Split“ werde nur im Rahmen des „Super Signals“ angeboten und auch nur zweimal pro Rennen. Zudem gilt der Split in offiziellem Premiere-Sprech nicht als Werbe-„Unterbrechung“, da die Werbung ins laufende Programm eingeblendet wird. Ob Zuschauer und Abonnenten sich für solche Feinheiten interessiert, bleibt abzuwarten. Laut Medienberichten berechnet Premiere pro 30-sekündigem „Live Split“ 27.390 Euro. So genannte „Scharnierwerbung“, also Werbung zwischen zwei Programmblöcken, ist bei Premiere mittlerweile Alltag und soll es auch weiterhin geben. Auch bei Fußball-Übertragungen will Premiere in den Halbzeitpausen fleißig weiter Werbung zeigen.

Premiere-CEO Mark Williams und seine Leute werden genau beobachten, wie die Werbe-Experimente bei Abonnenten ankommen. Die Rechnung dabei ist simpel: Übersteigen die Werbe-Einnahmen die Einnahmen, die durch Abo-Kündigungen verloren gehen, lohnt sich das Geschäft. Premiere würde damit aber ein gutes Stück weit seine Identität als reiner Bezahlsender weiter aufweichen.

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