Madsack arbeitet an Paid-Content-Modellen

Die Verlagsgruppe Madsack gehört zu den Medienhäusern der Stunde. Mit viel Mut und Experimentierfreude bewegen sich die Hannoveraner gerade auf einen strammen Wachstumskurs. Neuestes Beispiel dafür ist die Paid-Content-Diskussion: Obwohl die meisten Verlage noch abwarten, sagt Madsack-Geschäftsführer Andreas Arntzen offen: „Ja, wir arbeiten bereits an verschiedenen Produkten und Services und werden einige davon hoffentlich schon im nächsten Quartal ausprobieren.“

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Die Hannoveraner arbeiten also bereits an innovativen Online-Diensten, die sie nur noch gegen Bezahlung zugänglich machen wollen. Dabei will Arntzen aber nicht die alten Fehler der Dotcom-Ära wiederholen und einfach versuchen das Print-Geschäft ins Web zu verlagern. „Wir wollen versuchen auf Basis der Bedürfnisse unserer User neue Angebot  zu kreieren.“

Gerade diese Experimentierfreude gehört im Moment zu den auffallenden Stärken der Hannoveraner. Mit MyHeimat investierte die Niedersachsen bereits in ein Bürgerjournalismus-Projekt und in Gießen verlegt Madsack sogar eine User-generierte Zeitung. Darüber hinaus untermauerte die Verlagsgruppe, mit ihrem 300-Millionen-Euro-Kauf von Springers Regionalbeteilungen („Lübecker Nachrichten“, de „Leipziger Volks-Zeitung“ und „Ostsee Zeitung“), ihren Anspruch, auch im Kerngeschäft der Lokalberichterstattung weiter Wachsen zu wollen.

Das es gerade in der vergangenen Woche die Paid-Content-Diskussion immer heftiger geführt wird, überrascht Arntzen wenig: „Die Verlage bezahlen viel Geld für die Erstellung redaktionell hochwertiger Inhalte und meistens verdienen andere Marktteilnehmer damit Geld. Außerdem gewöhnt sich unsere Gesellschaft mehr und mehr an ein Micropayment – von daher halte ich die Diskussion für nachvollziehbar und berechtigt.“

Welches Paid-Modell – ob Freemium, eine News-Flatrate oder sogar eine Art Gema für journalistische Inhalte  – sich durchsetzten wird, weiß der Manager auch nicht. Er findet es aber zu früh, jetzt schon über Preismodelle zu sprechen. „Man sollte erst einmal in die Produktdiskussion einsteigen“, sagt er. „Letztlich folgt das Internet doch auch den gelernten Mechanismen – wenn ein Produkt gut ist und eine Nachfrage erzeugt, dann können Sie auch Geld dafür verlangen.“ Einzige Ausnahme, die Arntzen zulässt, sind aktuell noch Communitys. „Aber auch hier wird es bestimmt schon sehr bald entsprechende Businessmodelle geben.“

Wenn die Verlage also Einnahmen aus Paid-Content-Angeboten generieren wollen, muss es ihnen gelingen, so gute Produkte zu entwickeln, dass die Kunden bzw. Leser bereit sind, dafür auch zu zahlen. „Die aktuellen Angebote der Verlage reichen dafür eben noch nicht aus – sie sind weitestgehend substituierbar durch kostenfreie Angebote im Netz.“

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