Deutscher Film ‚existentiell gefährdet‘

Die Allianz deutscher Produzenten Film&Fernsehen hat in einem offenen Brief an die Beitragszahler der Filmförderungsanstalt (FFA) vor einem Zusammenbruch der Filmproduktion in Deutschland gewarnt: Sollten Kinobetreiber, Videoverleiher oder Sender ihre Zahlungen nur noch unter Vorbehalt leisten, hätte dies "katastrophale Folgen", schreiben die Produzenten. 2009 könne die Produktion um mehr als 50 Prozent zurückgehen. Von einem "Zusammenbruch der deutschen Produktionswirtschaft" ist die Rede.

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Hintergrund ist ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Dies erklärte zwar die Abgabepflicht an die FFA grundsätzlich für rechtmäßig. Allerdings bemängelten die Richter, dass die bisherige Praxis Ungleichheiten schaffen würde. Neben einer gesetzlichen Abgabepflicht gebe es für andere – beispielsweise Fernsehsender – die Möglichkeit, ihre Leistungen frei zu verhandeln. Dies bewog die Richter, die Sache ans Bundesverfassungsgericht weiterzugeben.

Bis die höchstrichterliche Instanz allerdings eine Entscheidung herbeiführen wird, ist völlig unklar und kann bis zu drei Jahre dauern. In dieser Zeit, wo befürchten die Produzenten, würden die Beitragszahler nur noch unter Vorbehalt an die FFA zu zahlen. Dieses Geld würde der Filmförderung künftig fehlen. „Die künstlerische Vielfalt der deutschen Kinolandschaft würde hierdurch einen schweren Rückschlag erleiden“.

Dabei geht es um erhebliche Beträge. Im Jahr 2007 summierten sich die FFA-Beihilfen zur Produktion von deutschen Filmen auf insgesamt 20,5 Millionen Euro. Mit diesen Hilfen konnte der Marktanteil deutscher Produktionen 2008 auf rund 25 Prozent gesteigert werden.

Inbesondere die sogenannte Referenzfilmförderung, mit der Nachfolgeproduktionen erfolgreicher Filme angeschoben werden, sieht die Allianz deutscher Produzenten in Gefahr: Ihr drohe die „vollständige Aussetzung“.

Wie ernst die Allianz deutscher Produzenten die Situation empfindet, verdeutlicht ihr explizites Gesprächsangebot an „alle Beteiligten, um einen Ausweb aus dieser krisenhaften Situation zu suchen und zu finden“. Sollte dies scheitern, wäre die „Produktion erfolgreicher deutscher Filme existenziell gefährdet“.

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