Webciety: Rettung für die kriselnde CeBIT

Noch immer ist die CeBIT die größte Technikmesse der Welt. Doch der strahlende Schein der vergangenen Jahre verblasst. 2009 sind 1545 weniger Aussteller vertreten als noch vor zwölf Monaten. In Anbetracht der vielen leeren Flächen in manchen Messehallen, avanciert eine vermeintlich kleine Nebenveranstaltung zum großen Hoffungsträger der Messegesellschaft: Die Webciety. Organisiert von Sascha Lobo sorgt das Web-Programm für mehr positive Schlagzeilen, als die restlichen 4300 Aussteller.

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Noch immer ist die CeBIT die größte Technikmesse der Welt. Doch der strahlende Schein der vergangenen Jahre verblasst. 2009 sind 1545 weniger Aussteller vertreten, als noch vor zwölf Monaten. In Anbetracht der vielen leeren Flächen in manchen Messehallen, avanciert eine vermeintlich kleine Nebenveranstaltung zum großen Hoffungsträger der Messegesellschaft: Die Webciety. Organisiert von Sascha Lobo sorgt das Web-Programm für mehr positive Schlagzeilen, als die restlichen 4300 Aussteller.

Der Begriff  Webciety“ ist ein Kunstwort, das sich aus „Web“ und „Society“ zusammensetzt. Die reale Umsetzung des Begriffs, steht in einer Ecke in der Messehalle 6, mit Bühne, hundert Stühlen und ein paar Ständen von mehr oder weniger bekannten Web-Unternehmen wie YouTube, Zanox oder i-d Media.

Die offizielle Beschreibung klingt ungleich größer: „Das Konzept der Webciety Area reduziert die Messe auf das Maximum: Wir schaffen eine Art begehbares Internet. Dort werden keine Stände aufgebaut, sondern Homebases, die komplett digital bespielbar sind: Ton, Bild, Film, Licht und Farben können per Interface angesteuert werden – alles, was man für eine eigene Homebase mitnehmen muss, ist ein Laptop.“

Tatsächlich bewegt sich die Webciety zwischen den Polen Weltklasse und Kreisklasse, und ist damit wohl ein guter Spiegel der gesamten CeBIT. Eher von regionaler Bedeutung sind Talkrunden in denen zwei Redakteure der „Hannoverschen Allgemeinen“, Marcus Schwarze und Dirk Kirchberg, von ihren Twitter-Erfahrungen berichten. Hochklassig ist dagegen ein Kamingespräch mit dem US-Unternehmensberater, Autor und Professor Clay Shirky oder spannende Talkrunden zu der Fragen, wie die Verlage am besten mit dem Web und der Medienkrise umgehen.

Im Vergleich zur CeBIT, ist die Webciety eine winzige Veranstaltung. Aber der verhältnismäßig kleinen Veranstaltungsreihe, den überwiegend interessanten Gästen und den twitternden und bloggenden Zuhören gelingt es tatsächlich, für mehr mediale Aufmerksamkeit zu sorgen, als der restlichen Ausstellung.

Die Webciety schlägt die Brücke zwischen Hardware, Gadgets und dem Internet. Hatten früher die meisten Besucher nur Augen für die neuesten Handys, Rechner und Microsoft-Produkte, interessiert sich jetzt die Mehrzahl mittlerweile auch für YouTube, Twitter und Web 2.0.

Zumindest Veranstaltungschef Lobo ist hochzufrieden mit seinem Werk: „Den Webciety-Bereich, müsste ich sogar dann als gelungen bezeichnen, wenn ich Großkaiser der Bescheidenheit wäre“, bloggt der Organisator. Weiter schreibt er: „Der aberwitzige Presseansturm macht auch das dann noch wett. Fast verspüre ich das Undenkbare, das Unaussprechbare, fast verspüre ich eine gewisse Interviewmüdigkeit, ich bitte aber, das der Presse nicht weiterzusagen.“

Bereits in seiner Halbzeitbilanz nach drei Tagen verkündete Messechef Ernst Raue, dass die Webciety im nächsten Jahr wegen des großen Erfolgs sogar ausgebaut werden soll.

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