Chefkoch gegen Lecker.de: Das Kochduell

Angriff von der Seite: Die Bauer Media Group bündelt ihre Kochangebote im Netz auf dem Foodportal Lecker.de – und tritt damit in Konkurrenz zu Gruner + Jahrs Chefkoch.de. G + J hatte mit der Übernahme von Chefkoch.de im November 2007 die erfolgreichste deutsche Koch-Community geangelt. MEEDIA macht den Vergleich: Wer kocht besser? Die eingekaufte Community? Oder die Web-Verlängerung der Bauer-Titel "Kochen & Genießen“, "Tina Koch & Backideen“, "Rezepte Pur“ und "Lecker“ unter einer Marke?

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Community
Die Community von Lecker.de, der „Lecker-Club“, ist gerade erst gestartet, über Mitgliederzahlen noch nichts bekannt. Chefkoch ist, im Gegensatz zu Bauers Portal, eine originäre Community. Zusätze wie die Video-Sektion oder das digitale Chefkoch-Magazin kamen erst nach und nach hinzu. Das langsame Wachstum hat sich ausgezahlt: Mehr als eine halbe Million Mitglieder haben sich bereits auf der Seite angemeldet. Viele von ihnen benutzen die Community wie andere MeinVZ: als Anlaufstelle und um Freunde zu treffen. Kochen ist da nur ein Thema von vielen. Vorteil: Chefkoch

Usability
Gerade bei der Rezeptsuche trumpft Lecker.de auf: Hier kann natürlich erst mal in groben Kategorien gesucht werden, dann aber auch nach Herkunft der Rezepte, Zubereitungszeit, Zubereitungsart, Rezepteigenschaften und Nährwerten. Außerdem können bestimmte Nahrungsmittelgruppen und Zutaten aus der Suche ausgeschlossen werden. Chefkoch setzt dagegen auf die Intuition der User: eine umfangreiche Tagcloud, also eine Stichwortsuche, hilft bei der Orientierung. Auch hier können maximale Zubereitungszeit und Kalorienzahl vorgegeben werden – das allerdings erst bei der erweiterten Suche. Vorteil: Lecker.de

Rezept-Archiv
Chefkoch prahlt damit direkt auf der Startseite: 127.832 Rezepte sind auf der Seite archiviert, zusammengetragen von der Redaktion und der eifrigen Community. Auf Bauers Seite sind bisher ca. 35.000 Rezepte versammelt. Vorteil: Chefkoch

Layout
Klarer Punkt für Lecker.de: Die Site ist aufgeräumt, übersichtlich und kommt „magazinig“ daher. Die Hauptfarben, ein helles Blau und Weiß, wirken frisch und geben dem ganzen Thema etwas Leichtes. Außerdem nett: Die Aufteilung. Ein Aufmacher dominiert die Startseite, rechts davon liegen Blogs, Kolumnen und Newsletter. Unten geht’s zwar mit kleinteiligen Rubriken, wie etwa Buch-Tipps, Rezeptsammlungen und Bildergalerien, weiter, doch auch dort bleibt es dank der vielen Weißflächen übersichtlich. Chefkoch dagegen wirkt kleinteilig, wuselig und überladen. Der Ursprung der Seite als reines Rezeptarchiv ist in der Aufmachung immer noch erkennbar, sie wirkt immer noch etwas zusammengeschustert. Doch vielleicht ist es auch genau dieser Wille – nicht auf Teufel komm raus „hip“ sein zu wollen – der die Seite ausmacht, und den die User schätzen. Vorteil: Lecker.de

Web 2.0-Elemente
Neben den Communities gibt es auf beiden Seiten Kochanleitungen in Text, Bild und Video. Die Chefköche von G + J haben sich den aufstrebenden Jung-Koch Carsten Dohrs geschnappt, der informativ und witzig das Vier-Gänge-Menü per Video erklärt. Bauer setzt weniger auf Personality, ihre Video-Köchin Jasmine wird weiter nicht vorgestellt. Dafür setzt das Portal auf Genauigkeit: Schritt für Schritt wird hier jeder Kochvorgang im Video gezeigt. Außerdem finden sich bei Bauer zwei Blogs zum Thema Kochen, Video-Interviews mit Star-Köchen und sogar eine mobile Version der Site.  Vorteil: Lecker.de

Fazit
Die neue Bauer-Seite macht Lust auf mehr. Es macht Spaß, auf Lecker.de zu stöbern und informativ ist das Portal allemal. Doch um gegen Gruners Chefkoch zu bestehen, wird Bauer einen langen Atem zeigen müssen. Die Chefkoch-Community ist so stark und lebendig, dass sie schwer einzuholen ist.

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