Springers Finanztiteln droht Kurzarbeit

Gute Zahlen und große Worte noch vor wenigen Tagen bei Axel Springer. Mittlerweile wird klar, dass der Berliner Medienkonzern nicht immun ist gegen die Wirtschafts- und Medienkrise. Laut Berichten müssen die Mitarbeiter der Springer-Wirtschaftstitel in München mit Kurzarbeit rechnen. Zu Axel Springer Financial Media gehören das Monatsmagazin „Euro“, „Euro am Sonntag“, „Fonds & Co“, das Fachblatt „Markt und Mittelstand“ sowie die Online-Angebote „Finanzen.net“ und „Wallstreet Online“.

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Eine Springer-Sprecherin bestätigte MEEDIA, dass mit dem Betriebsrat in München Gespräche über Kurzarbeit geführt werden. Noch sei aber nichts entschieden. Gehaltsausfälle würden, wie bei Kurzarbeit üblich, von der Bundesagentur für Arbeit teilweise übernommen. Im Falle von Kurzarbeit würden selbstverständlich auch die Seitenumfänge der einzelnen Titel reduziert werden. Strukturell werde an den Magazinen jedoch nichts verändert.

Vom Verlag wird betont, dass Kurzarbeit nur als „temporäres Instrument“ für die stark von der Wirtschaftskrise betroffenen Finanztitel in Frage käme, nicht für andere Springer-Titel. Der Fall macht deutlich, dass auch die Axel Springer AG derzeit kämpfen muss. Und das trotz des gerade vorgestellten Rekord-Ergebnisses für das Jahr 2008 und einem vor Selbstbewusstsein strotzenden Interview des Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner im „Spiegel“, in dem er u.a. zu Protokoll gab: „Ich habe mich noch nie so wohl gefühlt wie jetzt.“

Im Interview hat Döpfner noch angekündigt, dass der Verlag zum derzeitigen Zeitpunkt keine „harten Maßnahmen“ ergreifen müsse. „Wir halten Kurzarbeit für die bessere Antwort auf die Finanzkrise statt Titel einzustellen und Leute zu entlassen“, so Springer-Sprecherin Edda Fels zu MEEDIA. Stellenabbau in großem Stil ist bei Springer tatsächlich derzeit kein Thema. Allerdings wurden beim „Hamburger Abendblatt“ in jüngster Zeit bereits acht Arbeitsplätze gestrichen, vor allem in der Anzeigenabteilung. Die Personalstärke wurde angepasst, wie es offiziell hieß.

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