Radio-MA: Privatsender deutlich im Minus

Auch wenn die Radiobranche insgesamt sogar ein paar Hörer hinzugewonnen hat - die Erfolgsbilanz der Sender könnte unterschiedlicher nicht sein. Laut der neuesten Hörerzahlen der MA haben die Privatsender satte 351.000 Hörer pro Stunde verloren - ein Minus von 3,4%. Die öffentlich-rechtlichen Stationen gewannen hingegen 365.000 Hörer oder 3,8% hinzu. Zu den größten Verlierern gehören dabei Hessens Hit Radio FFH, R.SH Radio Schleswig-Holstein und Antenne Bayern.

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Hit Radio FFH lag bei der MA 2008 II noch bei 588.000 Hörer pro Durchschnittsstunde, nun sind es nur noch 506.000 – 13,9% weniger. Ähnlich die Situation im hohen Norden: Bei R.SH Radio Schleswig-Holstein wurden aus 280.000 nun 249.000 Hörer – auch dort ein zweistelliges Minus von 11,1%. Antenne Bayern verlor zwar nur 5,4%, mit 55.000 Hörern aber auch recht dramatisch. Der einzige größere Verlierer auf Seiten der Öffentlich-Rechtlichen ist SWR1 RP mit einem Verlust von 29.000 Hörern (14,1%).

Auf der Gewinnerseite finden sich hingegen vornehmlich ARD-Stationen. Allen voran Bayern 1: Dort wurden aus 835.000 Hörern in der MA 2008 II nun 1,024 Mio. Hörer. Ein stattlicher Gewinn von 189.000 Hörern bzw. 22,6%. 73.000 bzw. 44.000 Hörer gewonnen haben zudem WDR 4 und WDR 2.

Der Zuwachs von Bayern 1 bedeutet gleichzeitig einen Wechsel an der Tabellenspitze der bayerischen Radiobranche. Lag Antenne Bayern in der vorigen MA mit 1,030 Mio Hörern noch klar vor Bayern 1 (835.000), sieht es nun genau umgekehrt aus: Bayern 1 führt mit 1,024 Mio. vor Antenne Bayern mit 975.000 – eine beispielhafte Entwicklung für die Verluste der Privatradios und die Gewinne der ARD-Stationen. Die meistgehörten Sender Deutschlands bleiben auch in der neuen MA ganz klar die Stationen des Verbundes Radio NRW – dort gab es mit einem Plus von 30.000 auf nun 1,422 Mio. Hörer pro Durchschnittsstunde sogar einen weiteren Zuwachs.

Der Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigt sehr unterschiedliche Ergebnisse. So haben die Top-Sender in Schleswig-Holstein und Hessen beispielsweise allesamt verloren – egal ob privat oder öffentlich-rechtlich, in Ländern wie Bremen oder Nordrhein-Westfalen haben hingegen alle Top-Sender gewonnen. Besonders in Bremen scheint das Medium Radio zu boomen, wenn man den ma-Zahlen Glauben schenkt: Bremen Eins gewann 13,9%, Bremen Vier 18,2% und Energy Bremen satte 44,4%:

Während in Baden-Württemberg ebenfalls alle drei Top-Sender – wenn auch nur leicht – zulegen konnten, zeigt der Blick auf das Bayern-Ranking den Führungswechsel: In seinem Kernland verlor Antenne Bayern sogar 66.000 Hörer pro Durchschnittsstunde, Bayern 1 gewann mit 199.000 noch deutlicher als insgesamt. Den Rückstand von 88.000 Hörern wird Antenne Bayern sicher nicht so schnell wieder aufholen. Einer der umkämpftesten Märkte Deutschlands bleibt Berlin, dort sind die größten Sender noch enger zusammengerückt. 104.6 RTL führt zwar noch, allerdings nur noch mit 5.000 Hörer Vorsprung auf Antenne Brandenburg, die Nummer 2 Berlins. Mit hauchdünnen Rückständen folgen radioBerlin 88,8, radioeins, der Berliner Rundfunk 91!4 (62.000) und 94,3 rs2 (56.000):

In den östlichen Ländern ging es vor allem in Sachsen bergauf: Alle vier Top-Sender gewannen, vor allem Hitradio RTL Sachsen tat sich mit einem Plus von 25,0% hervor. Deutliche Verluste gab es hingegen in Sachsen-Anhalt: MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt und Radio Brocken büßten dort deutlich ein, nur Marktführer radio SAW konnte leicht zulegen:

Zum Schluss noch der Blick auf die beiden großen Vermarkter. Dort liegt die ARD-Werbung Sales & Services nun noch deutlicher vor dem privaten Konkurrenten RMS. Die Sender der AS&S verfügen laut ma 2009 I über 11,044 Mio. Hörer pro Durchschnittsstunde – die der RMS über 8,400 Mio. Damit hat die AS&S 3,1% gewonnen, die RMS hat 3,1% verloren.

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