ProSiebenSat.1 schreibt rote Zahlen

Thomas Ebeling, der neue Chef der Senderkette ProSiebenSat.1 hat erstmals Bilanzzahlen verkündet und sie sehen nicht gut aus. Aufgrund einer Wertberichtigung in Höhe von 180 Mio. Euro auf die skandinavische Senderkette SBS rutscht P7S1 für das Gesamtjahr 2008 mit knapp 130 Mio. Euro in die Verlustzone. Der Umsatz ging von von 3,2 Mrd. Euro in 2007 auf rund 3 Mrd. Euro zurück. Kleiner Lichtblick: die deutschen Free-TV-Sender konnten in der zweiten Jahreshälfte ihren Marktanteil leicht steigern.

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Der Anstieg ist allerdings mit einer Steigerung von 29 auf 29,4 Prozent Marktanteil eher bescheiden. Das deutsche TV-Geschäft von ProSiebenSat.1 leidet immer noch unter dem verkorksten neuen Werbezeiten-Verkaufsmodell, das inzwischen revidiert wurde. Ein Großteil der Werbe-Budgets sei aber in der ersten Hälfte 2008 vergeben worden, weshalb die Senderkette im Gesamtjahr leidet. Hinzu kommen in der zweiten Jahreshälfte die Effekte der zunehmenden Wirtschaftskrise. Der Umbau der deutschen Free-TV-Sender inklusive des umstrittenen Umzugs von Sat.1 von Berlin nach München-Unterföhring soll bis Mitte 2009 abgeschlossen sein.

Wegen der schlechten Zahlen wird auch die Dividende gekürzt. Das operative Ergebnis für 2008 liegt bei 618,3 Mio. Euro nach 628,2 Mio. Euro im Vorjahr. Finanzvorstand Axel Salzmann empfiehlt der Hauptversammlung eine Dividende auf Vorzugsaktien in Höhe von 0,02 Euro, insgesamt also 2,2 Mio Euro. Für Stammaktien soll es überhaupt keine Dividende geben.

Eine Prognose für das laufende Jahr 2009 wagt Vorstandschef Ebeling nicht. Kostenkontrolle ist das Stichwort. „Auch 2009 wird ein anspruchsvolles Jahr, das wir mit einem Marktrückgang für TV-Werbung rechnen“, so Ebeling.

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