Google-CEO: Twitter ist E-Mail für Arme

Showdown in San Francisco: Jedes Jahr lädt die Investmentbank Morgan Stanley im Frühjahr zur Technologiekonferenz. Diesmal dabei: Google-CEO Eric Schmidt, der dann auch gleich Tacheles redete. Die Auswirkungen der weltweiten Finanzmarktkrise werde auch das wertvollste Internetunternehmen irgendwann zu spüren bekommen, räumte Schmidt ein. Für einen boomenden Kommunikationskanal fand er indes wenig freundliche Worte: Twitter sei "die E-Mail des armen Mannes", erklärte der 53-Jährige.

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Es waren deutliche Worte zur Lage in Krisenzeiten: „Am Ende werden die weltweiten Probleme der Unternehmen irgendwie auch in unsere Welt durchdringen“, erklärte Google CEO Eric Schmidt gestern auf der turnusmäßigen Technologiekonferenz der Investmentbank Morgan Stanley in San Francisco.

Und mehr noch:  „Die wirtschaftliche Lage ist ziemlich düster. Wie es aussieht, ist der Boden gegenwärtig noch nicht erreicht“, erklärte Schmidt und machte gleichzeitig klar, dass auch Google gegen den globalen Abwärtstrend  „nicht immun“ sei, auch wenn das Unternehmen „besser aufgestellt“ sei.

„Ist das überraschend“, fragte das Branchenportal „Alley Insider“, um sich selbst die Antwort zu geben: „Nein. Aber es ist ein Zeichen, dass das Schlimmste für Google vielleicht noch bevorsteht.“ Entsprechend verschreckt reagierten Anleger auf Schmidts Äußerungen und schickten die Google-Aktie zu Handelsstart um drei Prozent nach unten.  

„Es gibt viele, viele Wege, um andere zu erreichen“

Doch Schmidt hatte noch mehr zu sagen. Diesmal ging es um einen boomenden Kommunikationskanal. „Twitters Erfolg ist großartig. Ich glaube, er zeigt, dass es viele, viele Wege gibt, um andere zu erreichen, zu kommunizieren. Vor allem, wenn man bereit ist, dies öffentlich zu tun.“

Vom technischen Standpunkt ist Schmidt jedoch alles andere als angetan von Microblogging-Diensten wie Twitter. „Als Computer-Wissenschaftler sehe ich diese Dienste als E-Mail des armen Mannes an“, holt Schmidt zur Watsche aus und wurde dann deutlicher.

„In anderen Worten: Sie bieten zwar Aspekte eines E-Mail-Systems an – aber nicht alle. Für mich stellt sich bei Unternehmen wie Twitter die Frage, ob sich ein Notiz-Phänomen entwickelt oder ob sie sich im Sinne eines traditionellen E-Mail-Anbieters weiter entwickeln, der durch Speicherfunktion und klare Identitäten charakterisiert ist?“  

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