Michael Arrington meldet sich zurück

Es klang wie eine Kapitulation: „Ich schreibe über Technologie-Start-ups und Nachrichten. In einer vernünftigen Welt sollte jemand wie ich sich nicht mit Todesdrohungen auseinandersetzen müssen oder angespuckt werden“, schrieb Tech Crunch-Gründer  Michael Arrington in einem seiner vorläufig letzten Blogeinträge Ende Januar. Passiert war vorher genau dies: Der streitbare US-Blogger, der selbst so gerne austeilt, hatte offenbar […]

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Es klang wie eine Kapitulation: „Ich schreibe über Technologie-Start-ups und Nachrichten. In einer vernünftigen Welt sollte jemand wie ich sich nicht mit Todesdrohungen auseinandersetzen müssen oder angespuckt werden“, schrieb Tech Crunch-Gründer  Michael Arrington in einem seiner vorläufig letzten Blogeinträge Ende Januar.
 
Passiert war vorher genau dies: Der streitbare US-Blogger, der selbst so gerne austeilt, hatte offenbar anonyme Morddrohungen erhalten und wurde auf dem Internet-Kongress DLD in München dann auch noch öffentlich mit einer Spuckattacke angefeindet. Genug! Arrington wollte nur noch weg: „Ich habe entschlossen, mir den Februar freizunehmen und mich irgendwo an den Strand zu legen – ohne Laptop und iPhone.“

„Einen Monat am Strand von Hawaii absolut nichts getan, was mit der Arbeit zu tun hat“

Tatsächlich: Arrington hat Wort gehalten. Fast. Bis auf das iPhone, von dem sich der 38-Jährige dann doch nicht trennen wollte, sah sein Strandurlaub genauso aus wie ihn sich der Back-to-the-roots-Urlauber, der voll auf Entschleunigung setzt, vorstellt:

„Einen Monat habe ich am Strand von Hawaii verbracht und absolut nichts getan, was mit der Arbeit zu tun hatte. Ich bin gewandert, ich bin gesurft (ganz schlecht), ich bin geschnorchelt. Ich habe ein Buch nach dem anderen gelesen, während ich in der Sonne gesessen habe und ein kaltes Bier neben mir stand.“

Das iPhone und Facebook als letzte Kommunikationsmittel auf einer fast einsamen Insel

Und dann sagt der Tech-Maniac wirklich die Sätze, die man ihm nicht zugetraut hätte: „Alles, was ich mitgenommen habe, war mein iPhone, von dem ich Bilder auf Posterous und Facebook hochgeladen habe.“ Das iPhone und Facebook also als letzte Kommunikationsmittel auf einer fast einsamen Insel? So klingt eine Läuterung!

Michael Arrington, der während seiner inzwischen fast vier Jahre als TechCrunch-Chefredakteur eben auch kübelweise Häme abgekommen hat, macht das irgendwo alles ziemlich sympathisch. Wer wollte dem offenkundig überarbeiteten und ausgebrannten Blogger den Strandurlaub nicht gönnen?

TechCrunch-Gemeinde hat ihren Gründer vermisst

Die User von TechCrunch zumindest hießen ihren angeknockten Guru wieder herzlich willkommen! Sage und schreibe 205 Kommentare holte sich Arrington auf seinen gestern veröffentlichten Comeback-Beitrag „Zurück bin ich“ bis heute ab – fast alle positiv: „Gut, Dich wieder zu lesen / Wir haben Dich vermisst / Tech Crunch war ohne Dich nicht dieselbe Seite“, lautet das fast durchgehende Echo.

Arrington, der in seinem ersten Beitrag seit der Auszeit so aufgeräumt wie nie klang, wird es gutgetan haben. Tatsächlich scherzte er, TechCrunch wäre auch ohne blendend gelaufen.

Wie es mit ihm weitergeht und welche Pläne er in der Zukunft habe, ließ Arrington noch offen. Um sie wenige Stunden später aber dann zwischen den Zeilen doch zu beantworten – mit neuen Zeilen über ein Browser-Start-up namens Flock, dessen neue Version auf Google Chrome und nicht auf Firefox basieren soll. Die Techwelt hat Arrington zurück, so viel scheint sicher…

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