Küppersbusch schießt gegen ZDF-Brender

Der hessische Ministerpräsident und ZDF-Verwaltungsrat Roland Koch bekommt bei seiner Kritik an ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender Hilfe von unerwarteter Seite. Der ehemalige WDR-Journalist und erfolgreiche TV-Produzent Friedrich Küppersbusch hat Brender in seiner „taz“-Interview-Kolumne scharf kritisiert. Brender habe in seiner Zeit als WDR-Chefredakteur Beschwerden von Politikern ohne Rücksprache mit der Redaktion stattgegeben. Küppersbusch nennt Brender in seiner Kolumne darum „Blender“.

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Küppersbusch moderierte von 1990 bis zur Einstellung 1996 die WDR-Politsendung „ZAK“, die sich durch bissige Interviews und besonders kritische Berichte auszeichnete und oft Politiker verärgerte. Brender wurde zur „ZAK“-Hoch-Zeit 1994 Chefredakteur des WDR und stieg 1997 dort zum Programmchef auf. Als WDR-Chefredakteur habe Brender „einem eher bizarren Wunsch“ des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten und späteren Bundeskanzlers Gerhard Schröder entsprochen, die „ZAK“-Redaktion zu maßregeln. „Dass er später als Erster auf den fallenden Schröder drauftrat, fand ich sehr mannhaft. Von Schröder“, so Küppersbusch sarkastisch in der „taz“.

Der TV-Produzent („Raus aus den Schulden“, „Der große Deutsch-Test“) relativiert auch, dass Brender zahlreiche Programminnovationen beim ZDF zugeschrieben werden. Maybritt Illners Talkshow und „Frontal“ habe es bereits vor Brenders Amtszeit als Chefredakteur gegeben. „ZDF Reporter“ sei allerdings Brenders Idee gewesen, so Küppersbusch. Bei der ARD seien im gleichen Zeitraum „Hart aber fair“, „Anne Will“, „Maischberger“ sowie die „Harald Schmidt Show“ dazugekommen. Küppersbusch: „Starke Impulse im ZDF gehen von der konkurrierenden Programmdirektion aus.“ Reihen wie die Reportage-Serie „37 Grad“, die Histotainment-Schiene und „Abenteuer Wissen“, lobt er. Darum würden die Mainzer auch von privaten Sendern beneidet.

Dass der politisch links verortete TV-Mann Friedrich Küppersbusch und der konservative Roland Koch in der Diskussion um die Vertragsverlängerung von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender in der gleichen Ecke stehen, hätte sich wohl keiner der beiden träumen lassen. Küppersbusch sieht das offenbar ähnlich und ironisiert: „Dass nun Roland Koch als versierter TV-Kritiker auftritt, könnte Blender retten. Um den Preis, der überparteiliche Lieblingsjournalist von Kurt Beck zu sein. Gratulation!“

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