„Wir trennen nicht mehr Print und Online“

Burdas „Superillu“ ist selbst für bundesweite Verhältnisse – trotz der rein ostdeutschen Zielgruppe – eine Erfolgsgeschichte. Das Magazin kommt auf eine Gesamtauflage von 457.354 Heften. Online erreicht die Seite aber nur 376.726 Visits. Damit auch die Web-Leserzahlen steigen, wurde die Seite nun überarbeitet. Im MEEDIA-Interview verrät Geschäftsführer Heinz Scheiner, dass es keine Trennung zwischen Online und Print mehr gibt, und dass Chefredakteur Jochen Wolff nun eine Videokolumne startet.

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Sie haben Super-illu.de einen Rebrush unterzogen. Was hat sich alles geändert?
Unser Grundkonzept ändert sich nicht. Inhaltlich bleibt es dabei: Alles auf der Seite dreht sich im Kern um ostdeutsche Themen. Dazugekommen sind jedoch neue Formen, ein neues Layout, Bewegtbildangebote in denen wir unsere Geschichten darbieten sowie eine neue Technik dahinter.
Was heißt neue Formen?
Die Redaktion hat dafür ein Motto definiert: multimediales Storytelling. Heißt: Dank unseres Rebrushes lassen sich jetzt Wort-, Bild- und Videoelemente viel besser und sehr modern mit einander verbinden.

Wollen Sie zu jedem Text jetzt Bilder und Videos anbieten?
Wir haben jetzt die Möglichkeit, jeden Artikel so auszustatten, wie wir wollen. Wichtig ist für uns nicht die Masse, sondern die Tiefe der einzelnen Story.

Heißt das, dass die Print-Reporter jetzt neben einem Fotografen auch noch eine Video-Kamera mitnehmen?
Zum Teil ja. Wir haben viele unsere Redakteure und Fotografen bereits für die Produktion von Video-Material geschult.
Ganz Praktisch, wie wird bei SuperIllu jetzt zwischen Online- und Print getrennt. Arbeiten nun alle zusammen, gibt es eine Online-First-Direktive?
Nein, die gibt es nicht. Aber wir haben jetzt tatsächlich die Trennung zwischen Print und Online-Redakteuren und -Redaktionen aufgelöst. Bis auf zwei bis drei Online-Experten arbeiten jetzt alle für beide Plattformen. Ob eine Story zuerst ins Heft oder ins Web kommt, entscheidet am Ende des Tages der Chefredakteur. Um jedoch schnell reagieren zu können, nutzen wir längst einen Newsdesk, wir nennen ihn Balken, eingerichtet.

Verabschieden Sie sich mit der neuen Seite vom Magazinjournalismus und setzten Sie nun stärker auf tagesaktuelle Nachrichten?
Nein, nicht wirklich. Wir wollen und können keine Konkurrenz für Spiegel Online oder Focus.de sein. Wenn es allerdings um Themen geht, die unsere ostdeutsche Kernkompetenz betreffen, berichten wir selbstverständlich schnell und umfassend.
Eine zweite wichtige SuperIllu-Kernkompetenz ist das Thema Ratgeber. Haben sie bei ihrem Rebrush auch dieses Ressort ausgebaut?
Ja. Auch hier versuchen wir, noch mehr Content zu online zu stellen.
Chefredakteur Jochen Wolff hat jetzt eine eigene wöchentliche Videokolumne. Um was dreht es sich in ihr?
In erster Linie geht es darum, mit dem Lesern noch direkter in Kontakt zu treten. In seiner Videokolumne werden hauptsächlich Leserfragen, die via Brief oder E-Mail gestellt wurden, beantwortet.

Liegt die Zukunft von SuperIllu im Web?
Auch. Wir können es uns einfach nicht leisten, nicht im Web vertreten zu sein.
Kann sich die Webseite selbst finanzieren?
Sehr schwierig. Rechnet man ganz sauber, kann sie sich noch nicht alleine tragen. Die Seite ist wichtig für die Marke SuperIllu und alles was den Brand attraktiver macht, schlägt sich letzlich auch in höheren Einnahmen nieder. Zusätzlich hoffen wir natürlich, dass durch unseren Rebrush die Besucherzahlen der Seite so zunehmen, dass daraus auch höhere Erlöse resultieren.

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