Spiegel-Verlag: Sparen ohne „Substanzverlust“

Nach der schonungslosen Lageeinschätzung von Ove Saffe (siehe Blogeintrag vom Mittwoch) hat die Spiegel-Gruppe Maßnahmen gegen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise angekündigt. Man werde „bei den Kosten gegensteuern“, heißt es in einer Verlagsmitteilung. Die Sparbeschlüsse gelten „in allen Bereichen und bei allen Töchtern des Unternehmens.“ Und weiter: „Es ist das gemeinsame Ziel, Kosten einzusparen, ohne die […]

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Nach der schonungslosen Lageeinschätzung von Ove Saffe (siehe Blogeintrag vom Mittwoch) hat die Spiegel-Gruppe Maßnahmen gegen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise angekündigt. Man werde „bei den Kosten gegensteuern“, heißt es in einer Verlagsmitteilung. Die Sparbeschlüsse gelten „in allen Bereichen und bei allen Töchtern des Unternehmens.“ Und weiter: „Es ist das gemeinsame Ziel, Kosten einzusparen, ohne die Substanz unserer journalistischen Produkte zu beeinträchtigen.“
So sollen Sach- und Bereichskosten, wie etwa Reisekosten und Personalkosten reduziert werden. Bei frei werdenden Stellen soll im Einzelfall geprüft werden, ob eine Neubesetzung erfolgen müsse. Grund hierfür sind Prognosen, wonach die Anzeigenerlöse 2009 weiter zweistellig zurückgehen. Bereits 2008 hatte der „Spiegel“ 10 Prozent seiner Anzeigen-Nettoerlöse gegenüber 2007 verloren, die Vertriebserlöse jedoch halten können. Die Verlags-Prognose für 2008 im Einzelnen: Konzernumsatz 330 Millionen Euro (2007: 350 Mio.), davon 239 Millionen Euro im Bereich Zeitschriften (255,5 Mio.).  Das Betriebsergebnis der Gruppe werde „mit einer zweistelligen Rate unter 2007 liegen, wobei es damals Basis- und Sondereffekte gab, etwa noch durch den Verkauf des Senders XXP“.
Insgesamt sieht sich die Spiegel-Gruppe mit ihrem Portfolio „hervorragend aufgestellt, das Leser- und Nutzerinteresse an den Print-, Online- und TV-Angeboten des Unternehmens wächst.“ Mit Blick auf die Konkurrenz heißt es: „Zwar leiden wir weniger als unsere Wettbewerber, aber das macht die Lage nicht besser.“
Ein „Sparkurs light“ also, der wirklich harte Einschnitte mit Blick auf die Produktqualität vermeidet und sicher auch ein wenig vom Prinzip Hoffnung lebt, dass sich die Situation bei den Anzeigenbuchungen über das Jahr gesehen erholen wird. Deshalb ist die Prognose in der Verlagsmitteilung auch mit dem vieldeutigen Zusatz versehen: „Nach allem, was wir heute zu wissen glauben…“

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