Warum Google Twitter kaufen sollte

Es sind nichts als Spekulationen, doch die halten sich hartnäckig: Das höchst bewertete Internet-Unternehmen der Welt könnte dem derzeit heißesten Start-up der Dot.com-Szene Übernahme-Avancen machen. Obwohl es im Moment keine vermeldbaren Hinweise auf Gespräche gibt, würde der Deal Sinn machen: Twitter wäre der nächste ideale Baustein im Google-Universum. Vor allem: Noch wäre die Übernahme des Mikroblogging-Dienstes leichthin bezahlbar.

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Wenn die Nachrichtenlage am Wochenende  abflacht, schlägt die Stunde, einmal eigenen Gedanken nachzuhängen. Die hat sich etwa der Internet-Entrepreneur Cem Basman gemacht – und zwar sehr öffentlich mit folgendem Ergebnis: Google könnte Twitter kaufen.

„Das wäre ein Hammer“, folgert der Wahl-Hamburger in seinem Blog „Sprechblase„. „Seit einigen Tagen kursieren Gerüchte und Spekulationen über einen möglichen Mega-Mega-Deal. Google, der smarteste Platzhirsch des Webs, würde seinen gigantischen Datenbestand über das Verhalten von Usern um weitere Echtzeitdaten aus Twitter deutlich ergänzen. Wahrscheinlich ein Milliarden-Deal.“

Google: Trotz Crash noch immer Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Dollar

Einmal angestoßen, lief das Thema im derzeit viel gehypten Kommunikationskanal dann auch entsprechend heiß: Immer wieder poppten neue Tweets mit #twitter und #google Hashtags auf. Dabei ist das Thema nicht einmal neu. Auch US-Blogs hatten sich längst mit der Möglichkeit beschäftigt.

Warum auch nicht: Nachdem sich seit Monaten die Gerüchte halten, dass Facebook an einem Zukauf sehr interessiert sein könnte, erscheint es nur allzu logisch, dass der eigentliche Platzhirsch der Internetszene, der es trotz Börsencrashs noch immer auf eine Bewertung von mehr als 100 Milliarden Dollar bringt, seinen Hut in den Ring wirft.

Twitter: Immenses Potenzial

Auch wenn Twitter noch immer keine Erlöse erzielt, ist das Potenzial immens: Das nicht einmal drei Jahre alte Start-up wächst derzeit wie kein zweites Web 2.0-Angebot  –  um 900 Prozent legten die Nutzerzahlen inzwischen auf über 6 Millionen  auf Jahressicht zu.  Sei es mit kostenpflichtigen Premium-Accounts oder Text-basierter Werbung alle zehn oder zwanzig Tweets:  Es wäre ein Leichtes für Twitter, Geld zu verdienen.

Doch das wäre wahrscheinlich noch nicht einmal der größte Anreiz für Google. Sondern vielmehr:  Die derzeit heißeste Social Media-Seite im Portfolio zu haben, bevor jemand anders den Zuschlag bekommt. Facebook oder vielleicht Microsoft?

Griff in die Portokasse: Google sollte handeln – schnell

Zudem: Noch ist Twitter erschwinglich. Auch wenn Biz Stone, Evan Williams und Jack Dorsey gerade erst weitere 35 Millionen Dollar eingesammelt haben, muss das nicht heißen, dass Twitter unverkäuflich wäre. 

Alles hat seinen Preis – zumal im herausforderndsten wirtschaftlichen Umfeld der letzten 80 Jahre. Dass der eigentlich vorgezeichnete Weg von hochfliegenden Start-ups in neun von zehn Fällen ohnehin der Exit ist, haben in den letzten Jahren die Beispiele Skype, MySpace und YouTube unterstrichen. Selbst Facebook wäre 2006 fast an Yahoo gegangen, wenn  Terry Semmel mehr Weitsicht gezeigt hätte.

Rund eine Milliarde Dollar könnte der 140-Zeichen-Dienst inzwischen wert sein. So viel verdient Google in weniger als 90 Tagen operativ. Der Platzhirsch aus MountainView sollte also entsprechend schnell handeln. Viel mehr als bei der Integration von YouTube kann eigentlich nicht schiefgehen – und selbst die spielt an der Börse als die viel zitierten Peanutes keine Rolle mehr. Tweet an @Google: Die Portokasse plündern #jetzt

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