Immobiliensites: Gewinner in der Krise

In den USA geht es zur Zeit fast jeder Branche schlecht – aber es gibt kaum einen Sektor, dem es noch schlechter geht als dem Immobilienmarkt. Der US-Hypothekenmarkt, bekanntlich einer der Mitauslöser der weltweiten Finanzkrise, ist hauptsächlich durch Zwangsversteigerungen in den Schlagzeilen. Trotzdem gibt es ein Phänomen: Die US-Immobilien-Sites im Internet boomen wie nie zuvor. Das Interesse für Häuser ist größer denn je. Zwei innovative Webpages profitieren besonders von der Entwicklung.

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In den USA geht es zur Zeit fast jeder Branche schlecht – aber es gibt kaum einen Sektor, dem es noch schlechter geht als dem Immobilienmarkt. Der US-Hypothekenmarkt, bekanntlich einer der Mitauslöser der weltweiten Finanzkrise, ist hauptsächlich durch Zwangsversteigerungen in den Schlagzeilen. Trotzdem gibt es ein Phänomen: Die US-Immobilien-Sites im Internet boomen wie nie zuvor. Zwei innovative Webpages profitieren besonders von der Entwicklung.
„Foreclosure“ (Zwangsversteigerung) ist eines der meistgebrauchten Worte in den Nachrichten geworden. Gerade hat Präsident Obama ein schwindelerregendes 275 Milliarden Dollar-Rettungsprogramm für Hausbesitzer verkündet, aber viele zweifeln daran, dass es viel bewegen wird. Zwischen New York und Los Angeles stehen Millionen von Häusern zum Verkauf, die Preise gehen von Woche zu Woche nach unten – aber keiner kauft. 
Trotzdem gibt es ein Phänomen: Die Immobilien-Sites im Internet boomen wie nie zuvor. Und das mitten in der Krise. Ein Grund liegt darin, dass das Interesse für Häuser größer denn je ist. Nur, man will nicht kaufen, man will verkaufen. Ein anderer Grund: Die Immobiliensites hier in den USA sind erstklassig gemacht, besser als ihre deutschen Counterparts.  
Zwei dieser Sites möchte ich hier kurz vorstellen, weil sie wirklich bemerkenswert sind: 

Da ist zunächst Zillow.com. Das ist eine Web 2.0-Mischung aus Grundstückpreisen und „Google Maps“. Hier kann man auf einfache Art und Weise herausfinden, wie viel ein Haus wert ist. Man muss nur auf „Zestimate“ (von estimate = schätzen) klicken, und dann bekommt man einen Betrag, der häufig erstaunlich akkurat ist, manchmal aber leider auch komplett daneben liegt.  
In der Datenbank sind über 80 Millionen Häuser gespeichert, über die man sich anhand von 3-D-Animationen, Satellitenfotos und Stadtplänen informieren kann. Von über 70 Millionen Häusern hat Zillow genügend Informationen, um einen Schätzwert abzugeben. Der Hausbesitzer hat die Möglichkeit, Detail-Informationen wie Anzahl der Schlaf- und Badezimmer, Wohnfläche, Grundstückgröße etc. hinzuzufügen. 

In den USA ist seit Gründung dieser Site ein neuer Volkssport ausgebrochen. War man früher dabei, jemanden zu „googeln“, so ist jetzt der neueste Trend, das Haus von Bekannten zu „zillowen“. 
Zillow ist eine Idee von Richard Barton, der zuvor schon die erfolgreiche Travelsite „Expedia“ aufgebaut hat, die als Albtraum eines jeden Reisebüros gilt. Nun ist er dabei, der Feind aller Makler zu werden. 
Und dann ist da Trulia.com. Diese Site wirbt damit: „Our business model is pretty simple – we create the best real estate search experience on the Web“. Und Trulia kommt diesem Anspruch schon recht nahe. 

Die Seite funktioniert wie schon Zillow unglaublich einfach: Man gibt eine Stadt ein, die Price-Range, die Anzahl der Betten und Bäder und los geht es. Ein Registrierung ist überflüssig. 
Dann bekommt man Informationen über „New Listings“, „Price Reductions“, „Average Listing price“ – und zeitgemäß natürlich auch einen Überblick über alle „Foreclosures“. Außerdem kann man sich ansehen, welche Häuser in dieser Region in den letzten 60 Tagen zu welchen Preisen verkauft wurden. Weitere Informationen über Trulia findet man im Blog von Wall Street Journal unter „A Go-to Website for Home Buyers“.
Wenn man sich die unglaublichen Informationsgehalte von Zillow.com und Trulia.com näher ansieht, versteht man, warum hier in den USA viele Makler den Beruf wechseln. Und beide Sites zeigen, dass man auch in der Krise gewinnen kann.

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