Nachtagenten: „Wir sind der Disko-Spiegel“

Sie sind die größte Online-Community für Partyleben und Lifestyle: Die Münchner Nachtagenten. Obwohl mit den Mechanismen der Social Networks ausgestattet, sehen sich die Nachtagenten eher als Nightlife-Magazin mit angeschlossener Community, wie Gründer und Geschäftsführer Robert Solansky MEEDIA verriet. Trotzdem reiten Nachtagenten voll auf der Web 2.0-Welle mit: Gerade erst hat die Burda-Beteiligung eine Schnittstelle zu Facebook Connect bereitgestellt.

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Als was verstehen sich Nachtagenten?

Wir verstehen uns als Nightlife- und Lifestyle-Journalisten, die die verschiedenen Szenen der deutschen Metropolen ausleuchten und transparent werden lassen. Wir sind sozusagen der disko-spiegel.de 🙂 Unsere angeschlossene Community kann jeden unserer Beiträge (ob Wort oder Bild) ausführlich kommentieren, diskutieren & bewerten.

Wie groß ist die Redaktion? Welche qualitativen Standards müssen Ihre Journalisten erfüllen?

Wir verfügen über mindestens einen, meist zwei Redakteure in jeder Region und über ca. 150 Fotografen in Deutschland, von denen ca. 50 jede Woche mindestens einmal für uns unterwegs sind. Die Mitarbeiter werden geschult, geprüft und mit entsprechenden Unterlagen und Briefings ausgestattet.


Inwiefern hebt sich Ihr Angebot von den vielen Social Networks ab?

Wir heben uns von den Social Networks dadurch ab, dass wir gar kein Social Network sind, sondern ein Nightlife-Magazin mit angeschlossener Community. Der Großteil der Beiträge auf unserer Seite kommt von uns.

Wie groß ist inzwischen Ihre Community?

Wir kommen auf inzwischen 150.000 angemeldete User aus allen Großstädten Deutschlands. Die User haben sich freiwillig angemeldet, denn sie könnten nahezu alle Inhalte der Seite auch ohne Login sehen. Wollen sie aber aktiv mitreden und gestalten, melden sie sich an. Insgesamt haben wir ca. 400.000 eindeutige Besucher pro Monat auf der Seite.

Wie finanziert sich das Angebot?

Durch Online- und Offlinewerbung und durch Produkte (z.B. Tickets). Da wir durch unsere Fotografen in ganz Deutschland über ein komplettes Promotorenteam verfügen, buchen viele Kunden bei uns Cross-Selling-Kampagnen.

Arbeitet das Angebot bereits profitabel?

Da es ursprünglich von mir aufgebaut worden ist, mussten wir vom ersten Tag an profitabel sein.

Sie haben Ende letzten Jahres gerelauncht. Was hat sich verändert?

Eigentlich alles: Neues Logo, neue Farben, neue Funktionen, neue Usability – mehr geht nicht. Nachdem die User anfänglich verwirrt waren, hat sich alles super eingespielt, und die neuen Funktionen werden rege genutzt. Die Klickzahlen und Verweildauern gehen nach oben.

Seit Februar haben Sie die Nachtagenten via die Schnittstelle Facebook Connect für Mitglieder des boomenden Social Networks geöffnet. Wie funktioniert die Integration in der Praxis – und wie ist der Zuspruch nach den ersten zwei Wochen?  

Die Handhabung ist denkbar einfach. Nach der einmaligen Verbindung zu seinem Facebook Profil kann der User sich mit einem Klick auf den blauen „Connect with Facebook“ Button bei uns einloggen und alle Funktionen genießen, die sonst Nachtagenten Usern vorenthalten sind. Das Schöne daran, seine Aktionen auf Nachtagenten werden auch in seinem Profil auf Facebook veröffentlicht. Gibt der User zum Beispiel über die „Meet-Me!“ Funktion an, zu einem Event gehen zu wollen, oder bewertet er ein Event, so erfahren das seine Freunde auf Facebook auch, selbst wenn die Freunde noch nicht bei Nachtagenten sind.

Die User haben die Funktion super angenommen und sich fleißig mit Facebook connectet. Wir wussten ja vorher schon, dass viele unserer User auch bei Facebook sind. Nun können sie ihre Lieblings-Partyseite mit dem boomenden Netzwerk verbinden. Die User sind happy, wir sind es auch!

Seit Ende 2006 ist Burda beteiligt. Wie hoch fiel das Investment aus und was hat sich seitdem verändert?

Burda ist mit 30 Prozent bei uns eingestiegen, um uns den aufwendigen Relaunch zu ermöglichen. Zudem werden wir von ihnen hervorragend betreut und gecoacht. Und einige interessante Kooperationen mit anderen Burda-Unternehmen sind auch schon daraus entstanden (Playboy, Max etc.)

Was haben Sie weiter geplant?  Käme für Sie auch eine mehrheitliche Übernahme durch Burda in Frage? Wie hoch ist der Einfluss im operativen Geschäft?

Geplant ist eine internationale Expansion und zahlreiche weitere Funktionen. Ebenso eine mobile Version von nachtagenten.de. Eine mehrheitliche Übernahme ist derzeit nicht im Fokus. Der Einfluss im operativen Geschäft ist gleich null. Wir stimmen uns in regelmäßigen Sitzungen eher strategisch ab. Es gibt auch keine Burda-Mitarbeiter bei uns im Haus.

Die gesamte Medienbranche fürchtet sich vor der Finanzmarktkrise, die die Republik inzwischen in die Rezession gedrückt hat. Wie sind Sie gegen die Krise gewappnet?

Rezession heißt bei vielen Menschen unfreiwillig mehr Freizeit – also mehr Zeit, um auf nachtagenten.de zu surfen!

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