Twitter-Zwist: Perez Hilton vs. Lily Allen

Harte Bandagen 2.0: US-Blogger Perez Hilton führt mit dem britischen Popsternchen Lily Allen den Dot.com-Infight der Stunde – und das in aller Öffentlichkeit, natürlich auf dem boomenden Kommunikationskanal Twitter. Dort nämlich versucht sich Hilton erst bei Allen zum Videodreh einzuschmeicheln, um dann beleidigt loszupöbeln. Vorläufiges Ende des Zickenkriegs: Lily Allen blockt den Blogger, der daraufhin enthüllendes Material von Allen veröffentlicht – und auf Twitter anpreist.

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Vielleicht war es alles ein bisschen viel für den 30-jährigen Mario Armando Lavandeira Jr., der es unter seinem Pseudonym Perez Hilton in Internet zu einer gewissen Berühmtheit gebracht hat. Seine Webseite, das stark frequentierte PerezHilton.com, wurde gerade erst vom TimeMagazine zum viert meistüberschätzten Blog der Welt gekürt. Time meint, Perez Hilton bringt nur noch Promi-Nachrichten von gestern.

Also auf in die alten Medien, muss sich Hilton gedacht haben und versuchte online via Twitter beim britischen Popsternchen Lily Allen zu landen – zu einem Videodreh. Doch die 21-Jährige, die 2006 über MySpace den internationalen Durchbruch geschafft hatte, war nicht besonders gut auf Hilton zu sprechen – was nicht zuletzt daran gelegen haben dürfte, dass der Klatschblogger tags zuvor unvorteilhafte Bühnenbilder von Allen veröffentlicht hatte.

Verletzte Eitelkeiten: „Auf wen sollte ich neidisch sein?

 „Sorry, aber die Rolle der neidischen alten Schwuchtel haben wir schon besetzt. Nächstes Mal, ok?“ twitterte Allen, die gerade ihr zweites Album „It’s not me, it’s you“ erfolgreich veröffentlicht hat, zurück.

Twitter-Zwist Hilton (re.) vs. Allen: „It’s not me – it’s you“

Keine gute Antwort für den bekennenden Homosexuellen, mit dem offenkundig nur bedingt zu spaßen ist. Denn wenn der streitbare Amerikaner eines beherrscht, dann ist es das Spiel auf der Boulevard-Klaviatur: Wer mit Hilton im Fahrstuhl nach oben fährt, darf sich nicht beschweren, wenn die Fahrt auch mal nach unten geht.

So wurde es dann in nächsten Tweets ein bisschen persönlich: „Auf wen sollte ich neidisch sein? Auf David Beckham vielleicht. Wenn ich schon ein abgefuckter Brite sein müsste, dann lieber Amy Winehouse – die hat wenigstens Talent.“

Wütende Tweets eines geblockten Bloggers: „Brich Dir doch ein Bein“

Und die nächsten Tweets werden prompt abgefeuert: „Glückwunsch auf alle Fälle zum neuen Album, das ja in Amerika richtig gut läuft. Was auch sehr schwer ist, wenn man es für 3,99 Dollar verkauft. Verzweifelt!“ Allen belehrt Hilton, dass es „überall auf der Welt“ auf dem ersten Platz wäre und schimpft den Klatschblogger dann „einen kleinen Parasiten.“ 

Danach eskaliert der kleine Twitter-Zwist, der bis dahin noch in der Rubrik postpubertäre Kuriositäten, die das Web schrieb, abzuhandeln war: Lily Allen hat genug von Hiltons Tweets und blockt den Blogger. Für den kommunikationssüchtigen Klatschkommunikator scheint das die Höchststrafe zu sein: „Brich Dir doch ein Bein„, feuert der Promi-Jäger auf Allens Morgengruß heraus.
 
„Wollt Ihr Lilys Vagina sehen? Schaut sie Euch an!“

Wieder keine Reaktion. Stattdessen redet der Klatschverbreiter mit der Klatschpresse über seine On-Off-Twitter-Beziehung zu Allen: „Es ist billig und ziemlich verzweifelt, aber ich liebe es“, erklärt Perez Hilton die Motive der Promis, sich in Online-Zickenkriege verstricken zu lassen.

Doch damit sagt Hilton am meisten über sich selbst. Als er einen weiteren Tag nichts von Allen hört, die auf sein Friedensangebot („It’s all love, Lils“) in Form des Interview-Link mit dem „US-Magazine“ nicht reagiert, fährt Hilton schließlich schwerste Geschütze auf.

„Wollt Ihr Lilys Vagina sehen? Schaut sie Euch an!“, lautet Hiltons letzter Tweet, gepostet vor knapp zwei Stunden, um dann auf die eigene Website zu verlinken. Und tatsächlich: Da ist dann auch neben einer kleinen Abrechnung mit der selbst gerne vulgären Britin („Lily versteht kein Spaß“) auch ihre nackte Wahrheit  zu bestauen – ganz in Manier  der anderen Hilton. „It’s not me, it’s you“, lautet das aktuelle Album von Lily Allen – und irgendwie auch das abschließende Motto des Zicken-Tweets des Jahres.

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