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Riesenärger um neue Facebook-AGBs

Das boomende Social Network bekommt einen Kratzer: Just als die 175 Millionen-Marke bei den Nutzerzahlen überschritten wurde, zieht Facebook plötzlich die Daumenschrauben bei seinen Nutzungsbedingungen an. Relativ unbemerkt veränderte Facebook nämlich die AGBs zum 4. Februar dahingehend, dass Nutzer die Rechte über ihre Inhalte plötzlich an das soziale Netzwerk abtreten würden – für immer. Während im Web der Sturm der Entrüstung losbrach, bemühte sich Mark Zuckerberg halbherzig um Schadensbegrenzung.

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Es hätte ein guter Tag für Facebook werden können. Gerade mal eineinhalb Monate,  nachdem sich 150 Millionen Nutzer auf dem boomenden Social Network registriert hatten, waren schon wieder weitere 25 Millionen dazugekommen. Keine Frage: Facebook wächst nicht mehr – es explodiert förmlich.

Doch statt ein Dankesschreibens an seine treuen Nutzer im Unternehmensblog aufzusetzen, sah sich Mark Zuckerberg plötzlich in Rückzugsgefechte verstrickt. Das Web – und Facebook selbst – brodelte. War dem immer größeren sozialen Netzwerk plötzlich der Erfolg zu Kopf gestiegen?

Inhalte auf Facebook: Für immer abtreten?

Passiert war dies: Fast unbemerkt hatte Facebook seine Nutzungsbedingungen zum fünften Geburtstag am 4. Februar heimlich, still und leise geändert. Es dauerte jedoch bis zum letzten Wochenende, bis Nutzer und Medien tatsächlich registrierten, was das in der Realität bedeutete.

Das zum Gawker-Netzwerk gehörende Technologieportal „The Consumerist“ machte Sonntagabend mit einer Schlagzeile auf, die unangenehm klang:  „Facebooks neue Nutzungsbedingungen: Wir können alles mit Euren Inhalten machen, was wir wollen. Für immer.“

Sturm der Entrüstung bricht los: „Facebook bekennt sich zu Datengier“

Im Klartext bedeutet das: Alles, jeder Schnipsel, der auf Facebook hochgeladen wurde – jeder Link, jedes Posting, vor allem aber: jede Email oder jedes Foto – kann von Facebook so verwendet werden, wie es dem Social Network beliebt. Und das selbst, nachdem die Mitgliedschaft beendet ist!

Danach brach der Sturm der Entrüstung los. „Facebook bekennt sich zu Datengier“, watschte „Spiegel Online“ das beliebte soziale Netzwerk ab. „Es ist ziemlich schwierig, einem Unternehmen zu trauen, das die Rechte seiner Nutzer, an die man sich gewöhnt hat, nun beschneidet“, wird TechCrunch-Redakteur Erick Schonfeld deutlicher.

„Warum sollte es mir nicht möglich sein, Bilder, die ich hochgeladen habe, aber später bereue, nicht für immer zu löschen, selbst wenn sie meine Freunde schon gesehen haben?“ bringt  TechCrunch die neue Crux auf den Punkt.

Zuckerberg beschwichtigt im Unternehmensblog

Facebook-Gründer und -CEO Mark Zuckerberg versucht unterdessen, im Unternehmensblog zu beschwichtigen und zurückzurudern: „Unsere Philosophie, dass die Leute ihre Informationen besitzen und selbst kontrollieren, mit wem sie diese teilen, bleibt weiter aufrecht.“

Der Schaden indes ist angerichtet: Die Blogosphäre brodelt, entrüstete Tweets grassieren und eine erste Facebook-Gruppe gegen die neuen Nutzungsbedingungen („People Against the new Terms of Service (TOS)“ wurde bereits gegründet. So sieht ein echter Image-GAU aus.

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