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Fan-Forderung: ARD soll GIGA übernehmen

Seit vier Tagen steht es fest: Deutschlands erster und ältester Internetsender Giga muss den Stecker ziehen. Der Sendebetrieb soll laut Eigentümer Premiere in Kürze eingestellt werden. Die Rechnung haben die Inhaber aber anscheinend ohne die Giga-Community gemacht. Die 1,5 Millionen User große Gemeinde mobilisiert jetzt alle Kräfte und sucht für den Sender ein neues Zuhause. Zurzeit schicken tausende Fans E-Mails an die Chefredaktion der ARD.

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Der letzte Freitag, ein 13., war für die rund 50 Mitarbeiter des kleinen Senders wahrlich kein Glückstag. Die Ansage des neuen Eigentümers war drastisch: Es werden keine neuen Sendungen mehr produziert, der Sendebetrieb wird Ende März eingestellt, im Mai wird Giga.de samt Community eingestellt. Der Hauptgrund sei die Zurückhaltung der Werbekunden in Folge der Finanzkrise. Daher entschied sich der Bezahlsender als alleiniger Gesellschafter, das Programm einzustellen, um sich zukünftig wieder stärker auf sein Kerngeschäft Pay-TV zu konzentrieren.

Zu den Gründen ließ Giga-Geschäftsführer Stephan Borg im Firmenblog verlauten:

„Die Premiere AG, unser Eigentümer, wird sich zukünftig mehr um sein Hauptgeschäft, das Abonnentenfernsehen kümmern.

Das ist für uns alle eine traurige Entscheidung und sehr schade, da wir mit Premiere immer ein konstruktives Miteinander hatten. Mit Hilfe von Premiere haben wir GIGA seit unserem Relaunch im letzten August wieder konsequent zu Eurer Community umbauen können. Dabei lag der Schwerpunkt darauf, wieder die einzigartige Symbiose aus Web und TV zu gestalten und vor allem zu leben!“ Der Überzeugung scheint auch die Community zu sein.

Giga, der Fernsehnomade

Doch in der zehnjährigen Geschichte stand der Sender immer wieder vor dem Aus oder der kompletten Umstrukturierung. Ursprünglich startete der interaktive Sender 1998 als deutsches Programmfenster bei NBC Europe. Im Jahr 2000 wuchs Giga zur kleinen Senderfamilien und wurde um einige Formate ergänzt. Kurz darauf ging das ehemalige Programmfenster als eigener Fernsehsender auf Astra Digital auf Sendung. Das Programmfenster auf Das Vierte existierte dann bis 2006.

Dann wurde GIGA erstmalig abgesetzt. Sendungen über Videospiele wurden nur noch unregelmäßig produziert. 2008 übernahm dann der Bezahlsender Premiere den gebeutelten Mini-Sender.  Doch auch mit dem neuen Eigentümer lief es nicht besser. Seit Juni 2008 verließen erst zahlreiche Moderatoren und Mitarbeiter den Sender, im Juli stellte der Konzern einmal mehr das komplette Programm um: Unter dem Motto „Fuck Reality!“ wurden am 20. August 2008 die bisherigen ein- bis zweistündigen Sendungen durch kurze Themenblöcke ersetzt.

Von Giga zu Kika

Doch trotz der klaren Ansage seitens Premiere regt sich in der Online-Community seit dem Wochenende Widerstand. Unter dem marxistisch anmutenden Slogan „Wir sind GIGA!“ starten Fans nun einen Aufruf, um den TV-Sender in letzter Minute doch noch zu retten. Dazu haben Sie eine Mail-Petition vorformuliert, die jeder Fan an die ARD schicken soll.

Darin heißt es in Auszügen:

„Ich möchte Sie in dieser E-Mail auf einen für Sie eventuell interessanten Umstand hinweisen, da ein Eingreifen Ihrer Seite zum Vorteil aller Beteiligten werden könnte (…)

Die öffentlich Rechtlichen decken bereits große Themengebiete ab, jedoch gibt es bisher beinahe kein Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene. Machen wir uns nichts vor. Die öffentlich Rechtlichen besitzen keinen wirklich guten Ruf bei jungen Menschen. Oft werden sie als zu konservativ, zu seriös bezeichnet, während das Programm keine nennenswerten Inhalte für Zuschauer zwischen 14-30, die Zielgruppe der Plattform „GIGA“, bietet. Eben dieser Zustand, der sicherlich teilweise auf Vorurteilen aufbaut, ließe sich nun aufheben, bzw. bekämpfen.“

Der Vorschlag wirkt, obwohl rasch formuliert, nicht unüberlegt. Die öffentlich-rechtliche Anstalt soll so dazu bewegt werden, das Giga-Programm in einem ihrer Spartenkanäle unterzubringen. Idealerweise zwischen 20 und 24 Uhr auf dem Sendeplatz des Kinderkanals KiKa.  Für eine Stellungnahme zu dieser Aktion waren Giga und Premiere bisher nicht zu sprechen.

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