Basic: „Ich will Spiegel Online angreifen“

Sein altes Blog BasicThinking.de hat Robert Basic für 46.902 Euro medienwirksam verkauft. Jetzt ist er ein freier Mann und will wieder voll durchstarten. Im MEEDIA-Interview verrät er erste Details zu seinem neuen Projekt Buzzriders.com. „Es soll eine echte News-Neuerung werden. Eine Mischung aus DPA-Ticker und Twitter, bei der jeder seine News einstellen kann.“ Dafür will Basic sogar ein kleines professionelles Redaktionsteam aufbauen. Der Blogger wandelt sich zum Medien-Unternehmer.

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Warum haben Sie Ihr altes Blog überhaupt verkauft?
Ach. Ganz einfach: Was ich jetzt machen will, geht mit dem alten Blog einfach nicht mehr. Dazu brauche ich jetzt Buzzriders.com, aber nicht mit dem ganzen Ballast, den Basicthinking im Laufe der Jahre angesammelt hat.

War es am Ende überhaupt noch möglich, die Erwartungshaltung der eigenen Leser einigermaßen zu erfüllen?
Ja. Aber nur schwer. Man musste sich halt sehr viel um die lesende und kommentierende Meute kümmern und kann nicht mehr so schreiben, wie man will. Wenn man solch eine exponierte Stellung hat, muss man ständig darauf achten, was man wie schreibt. Den einen ist das zu techniklastig, den anderen fehlt es an grundlegenden Erklärungen – auch wenn man schon tausendmal über ein Thema geschrieben hat.

Trotzdem wollen Sie jetzt gleich zwei neue Blogs starten?
Ja. Unter RobertBasic.de poste ich jetzt nur noch meinen persönlichen Krams. Richtig spannend wird allerdings mein zweites Projekt: Buzzriders.com.

Was steckt dahinter?
Es soll eine echte News-Neuerung werden. Eine Mischung aus DPA-Ticker und Twitter, bei der jeder seine News einstellen kann. Die Nachrichten werden dabei jeweils in einem Satz plus Link zusammengefasst. Nur aus den wirklich großen Geschichten sollen dann Top-Storys gebaut werden, bei denen ich oder meine Mitstreiter sich dann auch beispielsweise um eigene O-Töne bemühen werden.

Das ganze erinnert ein wenig an Digg?
Jein! Digg geht schon in die richtige Richtung, hat mit den Kommentaren und Rankings aber für meine Zwecke einfach zu viel Ballast. Mir schwebt etwas viel Schlankeres vor. In einer ersten Version soll es – zumindest in der Grundfunktion – erst einmal keine Kommentare geben. Wenn die Nutzer, das wirklich wünschen, würde ich es natürlich nachjustieren. Aber erst einmal soll der Dienst ohne Kommentare auskommen und sich ausschließlich auf die reinen News konzentrieren. Die erste Direktive lautet: schlank und schnell!

Wollen Sie das Projekt alleine stemmen?
Nein, das geht gar nicht. Ich plane schon mit mehreren Leuten. Die Idee ist auch, dass die Leser – ähnlich wie bei Twitter – den einzelnen News-Einstellern folgen können.

Hoffen Sie auf freiwillige Helfer?
Nein. Ich bin durchaus bereit, einigen Mitarbeitern Geld zu zahlen.

Wie soll sich das Angebot finanzieren?
Wie jedes Medien-Angebot über Werbung. Allerdings wäre es am Anfang am einfachsten, wenn man für die einzelnen Ressorts bzw. Themen-Channels einen Sponsoren finden würde.

Soll die Redaktion alle Themen komplett autark vorgeben?
Nein. So funktioniert das Internet. Der Spirit soll schon sein, dass sich die User beteiligen können. Mir schwebt eine Art User-driven-DPA vor. Die Leser reichen die Nachrichten ein. Wir wägen kurz ab und entscheiden dann, ob sie online gehen sollen oder nicht. Wichtig ist, dass die Plattform brummt. Wenn wir erst einmal eine gewisse Qualität erreicht haben, glaube ich sogar, dass die User bereit wären, einen kleinen finanziellen Betrag zu leisten.

Ein Paid-Content-Modell?
Ja. Für mich war die Idee, für wirklich gute Inhalte, ein wenig Geld zu nehmen, noch nie tot.

Sie verfolgen ja ehrgeizige journalistische Ziele?

Ich will zumindest knackige, relevante Nachrichten. Zu Beginn wird das Angebot erst einmal eine heiße Linkschleuder. Langfristig, will ich aber schon, dass die Seite fliegt. Heißt: Ich will Spiegel Online und Heise angreifen.

Wann soll es losgehen?
Ich will starten, wenn die Seite so aussieht, wie ich sie mir in etwa vorstelle.

Wie lange wollen Sie das Projekt machen?
Maximal fünf Jahre. Dann wird verkauft. Die erste Deadline ist aber schon in einem halben Jahr. Wenn die Seite nicht läuft, ist gleich Schluss – dann mache ich was anderes.

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