Zehn Dinge, die an Twitter nerven

Twitter ist toll, Twitter ist hip, keine Frage. Man kann Nachrichten verfolgen, lustige Kurzbotschaften von Freunden lesen und bekommt einen direkten Draht zu twitternden Promis. Aber wie das so ist: Wenn viele Leute aufeinandertreffen, dann gibt es auch Reibungspunkte. Hier ist eine total subjektive Liste mit zehn Twitter-Marotten, die einem ganz schön auf die Nerven gehen können und von denen bestimmt jeder schon mal selbst die eine oder andere verbrochen hat. Der Autor eingeschlossen.

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Twitter ist toll, Twitter ist hip, keine Frage. Man kann Nachrichten verfolgen, lustige Kurzbotschaften von Freunden lesen und bekommt einen direkten Draht zu twitternden Promis. Aber wie das so ist: Wenn viele Leute aufeinandertreffen, dann gibt es auch Reibungspunkte. Hier ist eine total subjektive Liste mit zehn Twitter-Marotten, die einem ganz schön auf die Nerven gehen können und von denen bestimmt jeder schon mal selbst die eine oder andere verbrochen hat. Der Autor eingeschlossen.

1. Der „Guten Morgen – gute Nacht“-Tweet

Okay, Twitter ist für alle da und für alle Lebenslagen. Aber warum um Himmelswillen fühlen sich so viele Twitterer bemüßigt, die Gemeinde ihrer Follower exakt über Aufsteh- und Zubettgeh-Zeiten zu informieren. Tweets mit einem ultra-banalen „Guten Morgen!“, gerne auch lautmalerisch mit mehreren „o“ geschrieben, oder „Gehe jetzt ins Bett“, „Nacht“ oder, besonders schlimm, „nighty Night“ häufen sich. Rufen wir uns in der nächste Eskalationsstufe via Twitter „Guten Appetit“ oder „Mahlzeit“ beim virtuellen Kantinengang zu? Wird die Follower-Schar bald auch über den Zustand des persönlichen Verdauungsapparates auf dem Laufenden gehalten? Obwohl – Letzteres wäre immer noch interessanter als das „Guten Morgen – gute Nacht“-Gezwitscher.

2. Die PR-Tröte

Twitter kann man prima für Eigen-PR nutzen. Das haben nicht nur zahlreiche Medienunternehmen gemerkt, sondern auch Blogger, Journalisten, Autoren und sonstiges Medienvolk. Also werden Links getwittert ohne Ende, bevorzugt natürlich auf eigene Ergüsse im Netz. Aber aufgepasst: Wer bald nur noch Links zu eigenen Artikeln oder denen des geschätzten Arbeitgebers in die Welt hinausposaunt, macht sich irgendwann zur penetranten PR-Tröte, die gnadenlos un-followed wird. Wenn ich erfahren will, was es neues auf der Website xy gibt, dann abonniere ich den RSS-Feed, verdammt! Ausnahme: Twitter-Accounts, die explizit nur für die Verbreitung von News eingerichtet sind, wie z.B. „Spiegel_eil“. Denen kann ich followen oder auch nicht. Jedenfalls weiß ich, was mich erwartet.

3. Der Dauer-Tweeter

Wer alle drei Minuten einen Tweet absetzt, der nervt. Nicht wenige Zeitgenossen, nutzen Twitter-Desktop-Tools wie Twhirl, um sich sofort über neue Tweets zu informieren. Folgt man nun aber einem irren Twitter-Maniac, dann macht es alle paar Minuten auf dem Rechner „pling pling pling“, bloß weil man erfährt, dass der Herr nun aus dem Oberholz rausgerannt ist und zwei Minuten später ist er wieder reingerannt und jetzt hat er dieses gelesen und nun findet er den neuen „Freitag“ doof etc. pp. Twitter ist prima, um unterhaltsame Alltäglichkeiten zu verbreiten – aber wie mit Allem, kommt es auf die Dosierung an. Und Twitter-Alltagsgesabbel im Minutentakt ist auf Dauer ungenießbar.

4. Show-Twittern auf Englisch

„Ich hab ja so viele Follower in „den Staaten“, bzw. „im Valley“, da muss ich unbedingt auf Englisch twittern. Sonst können die US-Boys und Girls ja gar nicht meine witzigen Tweets verstehen und un-followen mich gleich wieder.“ So oder so ähnlich mag sich mancher denken. Ist im Prinzip nix dagegen zu sagen, wenn man auf Englisch twittert, weil man diesen international Approach hat, aber wenn sich zwei Deutsche via Twitter auf englisch unterhalten, wirkt das bisweilen wie Show-Twittern. Und warum mancher anfängt, englisch statt deutsch zu twittern, sobald er oder sie den englischsprachigen Kulturkreis betritt, erscheint ein wenig rätselhaft. Will man damit anzeigen, dass man jetzt irgendwo ist, wo englisch gesprochen wird? Oder denkt man, dass jetzt ganz viele Leute aus dem Land einem ganz plötzlich followen? Ein ungelöstes Twitter-Rätsel.

5. Der Ego-Twitterer

Selbst-Marketing und Eigen-PR müssen wohl sein. Und was wäre dafür besser geeignet als Twitter? „Wow, wir sind im Pitch!“, „Auftrag für ein großes Medienunternehmen an Land gezogen.“ „New PP-Presentation was a overwhelming success, client is impressed!“ undsoweiter undsofort. Trunken vom eigenen Arbeitseifer und getrieben von medialer Selbstüberschätzung werden Angeber-Tweets verschickt, dass sich die Balken biegen. Ein paar Nummern kleiner täten es manchmal auch. Und immer dran denken: Vielleicht liest auch der Kunde mit…und ist not amused.

6. Der Follower-Grüßaugust

Fällt in eine ähnliche Kategorie wie der „Guten Morgen, gute Nacht“-Tweet. „Ich begrüße meinen 300. Follower, vielen Dank!“ „Schon 1.000 Follower! Danke für das Interesse“ usw. Es ist ja schön, wenn man sich freut. Aber warum diese Ranschmeiße? Stille Freude ist auch eine Freude.

7. Twitter-Spielchen

Twitter-Spielchen wie #movietweet oder #toplügen, die manchmal den ganzen Twitter-Kosmos für Stunden ungenießbar machen können. Für alle, die es nicht kennen: Bei solchen Spielchen sammelt die Twitter-Gemeinde zu einem Schlagwort lustige Formulierungen oder Verballhornungen zu Irgendwas. Bei #movietweet werden bekannte Filmtitel mit Twitter-Begriffen gekreuzt. Das kann mal mehr („Sleepy follow“), mal weniger („Beautiful Tweet“) witzig sein. Bei #toplügen werden Aussagen mit seltenem Wahrheitsgehalt gesammelt (z.B. „Ich freue mich mit Dir!“). Anfangs ist sowas manchmal unterhaltsam, aber es gibt halt einige, die nicht aufhören können. Und spätestens wenn der gleiche Witz zehnmal getweetet wurde, nervt‘s gewaltig.

8. Langeweiler-Tweets

Langeweile liegt im Auge des Betrachters. Was für den einen öde ist, mag für andere eine messerscharf formulierte „Alltagsbeobachtung“ oder ein virtueller Schenkelklopfer sein. Doch es gibt Grenzen. „Endlich Mittagessen. Lecker.“ Oder: „Wechsle gleich am Potsdamer Platz die S-Bahn.“ Man muss nicht alles wissen.

9. Der Twitter-Lurker

Es gibt sie immer und überall. Zeitgenossen, die gerne mitlesen, was andere so von sich geben, sich selbst aber bedeckt halten. Klar, es gibt kein Gesetz, das verbieten würde, sich bei Twitter anzumelden und einfach nur mitzulesen ohne selbst etwas beizutragen. Und solche Leute nerven auch nicht wirklich, sie tun ja gar nichts – außer mitzulesen. Aber der Gedanke, dass da welche mitlesen, ohne sich selbst aus der Deckung zu wagen, das ist dann doch irgendwie, na ja, unangenehm.

10. Der Polit-Trittbrett-Twitterer

Riesen-Buhei um Barack Obama und seine Online-Wahlkampf-Strategie. Der coole US-Präsident hat fast 280.000 Follower und schickte (oder ließ schicken) während des Wahlkampfs einen Tweet nach dem nächsten raus. Jetzt: Funkstille. Obamas letzter Tweet datiert vom 20. Januar. Gut, der Mann hat gut zu tun, Wirtschaftskrise usw. Aber kann er nicht einen Dödel vom Presse-Stab abkommandieren, der ab und zu in seinem Namen was absetzt? Und was ist eigentlich mit TSG – dem Hessen-Obama Thorsten Schäfer-Gümbel? Der hat nach der planmäßig verlorenen Wahl noch seine 2014. Followerin zum Essen nach Wiesbaden eingeladen und danach: Funkstille. Hat sich Schäfer-Gümbel an einer Gräte verschluckt? Erst auf den Twitter-Hype aufspringen, ein bisschen Polit-PR-Wirbel machen und hinterher nix mehr von sich hören lassen: lahm.

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