Anzeige

Hacker feuern Schalkes Kuranyi

“Nach medienwirksamen und für den Verein untragbaren Äußerungen von Kevin (Kuranyi) gegen die Mannschaft war eine Freigabe unausweichlich“, stand am Mittwochabend auf einmal auf der Homepage von Schalke 04. Eine vermeintlich klare Ansage des Revierclubs aus dem RP-Online und Bild.de schnell eigene Blitz-Meldungen bauten. Bild-Überschrift: „Schalke feuert Kuranyi“. Dumm nur, dass die News eine Ente war, die von Hackern auf der Homepage von S04 platziert wurde.

Anzeige

Update: Siehe unten

“Nach medienwirksamen und für den Verein untragbaren Äußerungen von Kevin (Kuranyi) gegen die Mannschaft war eine Freigabe unausweichlich“, stand am Mittwochabend auf einmal auf der Homepage von Schalke 04. Eine vermeintlich klare Ansage des Revierclubs aus dem RP-Online und Bild.de schnell eigene Blitz-Meldungen bauten. Bild-Überschrift: „Schalke feuert Kuranyi“. Dumm nur, dass die News eine Ente war, die von Hackern auf der Homepage von S04 platziert wurde.

Für ihren Angriff nutzten die Cyber-Piraten einen Fehler im Typo3-System der Homepage des Bundesligisten. Mit demselben Trick wurde bereits Stunden zuvor die Seite von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble geknackt. Die Hacker zeigten in ihrem Text viel Einfühlungsvermögen und Detailwissen in die aktuell tatsächlich nicht einfache Lage des ehemaligen Nationalstürmers. Sie schrieben:

“Nach medienwirksamen und für den Verein untragbaren Äußerungen von Kevin gegen die Mannschaft war eine Freigabe unausweichlich. Seitens der Vereinsführung und engen Vertrauten Kevins wurden alle Bemühungen unternommen um einer Fortsetzung bei Schalke nicht im Wege zu stehen. Alle so gearteten Versuche sind gescheitert. Um die Mannschaft vor einem weiteren Imageverlust zu schützen, und die Stimmung im Verein nicht länger zu belasten, wird Kevin jetzt bedingungslos aus seinem Vertrag entlassen. Über die weiteren Pläne von Kevin und eine Ablöse von einem neuen Verein ist uns noch nichts bekannt.”

Offenbar eine überzeugende Argumentation, denn RP-Online reagierte sofort und brachte eine Eilmeldung, die wiederum schnell von der Bild.de aufgegriffen wurde. Bei Schalke selber allerdings fragte kein Redakteur nach. Diese Redaktionen gingen selbstverständlich – immerhin wurde die Meldung auf der offiziellen Homepage veröffentlicht – davon aus, dass es eine normale Vereinsmitteilung handele

Der FC Schalke 04 reagierte schnell, sah die Falschmeldung und dementierte. Bis die Online-Medien ihren Fehler entdeckten, dauerte es weit länger. Auch in der folgenden Kommunikation, wie es zu der Ente kam, becklerten sich beide Portale – nach Meinung einiger Blogs – nicht gerade mit Ruhm.
 
So schreibt Daniel Große bei Medienrauschen: „Ein gefundenes Fressen für das schnelle Onlinemedium und für den Qualitätsjournalismus. Copy-Paste, Vorspann dran, Mutmaßungen dazu, Foto aus den Agenturen rein, unter Rühren kurz aufkochen und fertig. “Publish” – wieder was geschafft.“

Nach dem Wilhelm-Wikipedia-Fall ist es einfach auf die Arbeit vieler Online-Redaktionen zu schimpfen. Man kann den beiden Redaktionen jedoch kaum vorwerfen, den Informationen auf der offiziellen Schalke-Homepage erst einmal nicht getraut zu haben. Pressemitteilungen und Unternehmens-Meldungen, ob von Vereinen oder Firmen gehören mittlerweile längst zu typischen Nachrichten-Quellen. 

Wenn die beiden Seiten klar ihre Quelle – also Schalke 04 – nennen, dann spricht nichts dagegen, die Meldung erst einmal zu veröffentlichen und sich dann um eine Bestätigung und weitere Informationen zu bemühen.

Einen lustigen Aspekt findet Hayo Lücke in der Ente: „Interessant ist aber die Tatsache, dass in diversen Internetforen Postings zu finden sind, in denen sich Fans erleichtert über den fingierten Rausschmiss äußern. Das zeigt, dass “auf Schalke” einiges im Argen liegt.“
Update:
Inzwischen hat der FC Schalke 04 Strafanzeige gestellt. „Was jetzt passiert ist, hat unseren Verein und unseren Spieler getroffen, das kann aber jedem anderen Bundesligaverein und auch jedem Unternehmen passieren. Das ist alles andere als ein Kavaliersdelikt“, zitiert Sueddeutsche.de den Schalke-Präsident Josef Schnusenberg.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige