„FTD“ stichelt gegen „Handelsblatt“

Wenn Medienhäuser übereinander schreiben, sind oft Empfindlichkeiten berührt. Zumal wenn Krise herrscht und beide direkte Konkurrenten sind. So geschehen bei der „Financial Times Deutschland“ und dem „Handelsblatt“. Die „FTD“ schreibt über die Sparbemühungen bei der „Handelsblatt“-Mutter Holtzbrinck. So soll die „Finanzzeitung“ des „Handelsblatts“ in das Unternehmensressort integriert werden. Beim „Handelsblatt“ heißt es, dazu sei noch keine Entscheidung gefallen.

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Die „FTD“, selbst auch in ökonomisch schwerem Fahrwasser, schreibt über die Konkurrenz, dass das „Handelsblatt“ künftig nur noch mit zwei Büchern, also Zeitungs-Teilen, erscheinen soll. Die „Finanzzeitung“ solle in das Unternehmensressort integriert werden. Beim „Handelsblatt“ heißt es dagegen, es seien noch keine konkreten Sparmaßnahmen beschlossen worden.

Allerdings haben die Düsseldorfer die Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants beauftragt, nach Sparpotential zu suchen. Entscheidungen sollen aber erst zur Jahresmitte fallen, wenn die Berater ihren Job erledigt haben. Interessant: Einer der Partner bei OC&C ist Michael Rzesnitzek, ehemaliger Geschäftsführer der „FTD“. So wurde es in der Düsseldorfer Kasernenstraße, dem Sitz der Verlagsgruppe Handelsblatt, bei einigen auch durchaus als kleine Spitze unter ehemaligen Kollegen verstanden, dass die Beratungsfirma OC&C im „FTD“-Artikel als „Agentur“ bezeichnet wurde.

Dass auch bei der Verlagsgruppe Handelsblatt gespart werden muss, steht außer Frage. Vor kurzem wurde die Wochenendbeilage des „Handelsblatt“ eingestellt, auch der Bahn- und Flug-Newsletter „Handelsblatt News am Abend“ fiel den Sparmaßnahmen bereits zum Opfer. Von solch radikalen Schritten, wie bei Gruner + Jahr, wo die Redaktion der „FTD“ mit denen der Magazine „Capital“, „Impulse“ und „Börse Online“ zusammengelegt wird, sei man aber weit entfernt, heißt es in Düsseldorf.

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