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Holtzbrinck beendet Zoomer-Experiment

Ende Februar stellt die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck ihr junges Nachrichtenportal Zoomer.de ein. Grund sei die fehlende wirtschaftliche Perspektive, sagte Zoomer-Geschäftsführer Peter Neumann bei kress.de. Allerdings gingen auch die Klickzahlen bei Zoomer.de drastisch zurück. Nach einem Relaunch im November brachen die Visits bei Zoomer.de um über 60 Prozent ein. Zoomer.de-Redaktionleiter Frank Syré hat sich bereits verabschiedet, er ist ab März neuer stellvertretender Chefredakteur bei Bild.de.

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Die Einstellung von Zoomer.de ist keine Überraschung. Die Website war angetreten, um eine neue, junge Zielgruppe für Nachrichten im Internet zu begeistern. Hierzu setzte man bei der Auswahl der Themen auf einen Mix aus Mitbestimmung der Leser und redaktionelle Auswahl. Auf eine herkömmliche Ressortaufteilung wurde verzichtet. Layout und Themenmix zogen jedoch stets Kritik auf sich. Zoomer.de wurde von vielen Kritikern als unübersichtlich gescholten.

Nach einem Relaunch der Website im November 2008 brachen die Zoomer.de-Zahlen dann regelrecht ein. Geschäftsführer Neumann macht für den Einbruch der Zugriffzahlen, gestrichene Marketingmaßnahmen verantwortlich. Der künftige Zeit-Digital-Geschäftsführer Rainer Esser sagte noch im Dezember 2008 zu MEEDIA: „Zoomer.de ist im Anzeigenmarkt sehr erfolgreich und hat im Moment viel zu wenig Anzeigenflächen für die große Nachfrage nach der Zielgruppe der 15- bis 30-Jährigen, die „Zoomer.de“ sehr genau erreicht.“ Selbst nach der Verkündung der Einstellung von Zoomer.de sagte Geschäftsführer Peter Neumann, dass sich das Portal immer besser vermarkten lasse. Eine Logik, die in manchen Ohren seltsam klingen mag.

Ende 2008 wurde die Gründung der neuen Firma Zeit Digital verkündet, in der die Online-Redaktionen von Tagesspiegel.de und Zoomer.de der Zeit-Online-Redaktion untergeordnet werden. Die Online-Chefredakteure Mercedes Bunz (Tagesspiegel.de) und Frank Syré (Zoomer.de), sollen zu Redaktionsleitern unter Ober-Chefredakteur Wolfgang Blau gemacht werden. Syré suchte lieber das Weite und kam als Vize bei Bild.de unter.

Gleichzeitig wurde die ohnehin dünne Personaldecke für Zoomer.de weiter reduziert. Schon damals las sich die neue Struktur wie ein Abschiedsgesang auf Zoomer.de. Die schlechten Klickzahlen von Dezember und Januar haben dann letztlich wohl den Ausschlag gegeben.

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