Amazons Kindle 2.0: Dünner als das iPhone

Es ist so weit: Amazon-CEO Jeff Bezos stellte heute den mit Spannung erwarteten Nachfolger des E-Book-Readers Kindle vor. Die zweite Version des Kassenschlagers debütiert bereits am 24. Februar in den USA. Das Kindle 2.0 kommt überraschend generalüberholt daher: Es ist schlanker, kleiner – und leistungsfähiger als der Vorgänger. Siebenmal so viel Speicher bietet Amazons digitales Kraftpaket im Vergleich zum ersten Modell – 1500 Bücher können so digital gespeichert werden.

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Das Lachen ist wieder einmal auf der Seite des notorisch gut gelaunten Amazon-CEOs: Stolz wie selten zuvor präsentierte der frühere Investmentbanker Jeff Bezos vor wenigen Minuten in der New Yorker Morgan Library seinen neuesten Coup – die zweite Generation des Kindle.

Das digitale Lesegerät ist ein echter Überraschungserfolg, mit dem in dieser Form noch vor wenigen Jahren kaum einer in der Technologiebranche gerechnet hatte . „Wir haben E-Books seit Jahren verkauft. Und wissen Sie was“, scherzte Bezos, „es hat nicht funktioniert – bis vor 14 Monaten.“

Kindle 1.0: „Polarisierend ultra-80er“ – und trotzdem ein Verkaufsschlager

So lange ist das Debüt des Kindle erst her. Geschätzte 500.000 verkaufte Geräte später ist klar: Die E-Book-Revolution hat gerade erst begonnen. Damit sich der Run auf die digitalen Lesegeräte auch in der Krisenzeit fortsetzt, hat Amazon umgehend nachgelegt – und zwar so umfassend und nachhaltig, wie man das von einer zweiten Produktgeneration, die gerade mal ein Jahr nach dem ersten Launch auf dem Markt ist, kaum gewohnt ist.

Kam das erste Kindle noch „polarisierend ultra-80er“ daher, wie das Technologieblog „Engadget“ noch spitzfindig bemerkte, hat es die zweite Generation mit einem Schlag auf die Höhe und die Ästhetik der Gegenwart geschafft.

Tatsächlich: Dieses Kindle ist ein echter Hingucker – und sogar dünner als Apples iPhone, das wohl begehrteste Stück tragbarer Technologie dieser Tage. Nicht mal ein Zentimeter ist das Kindle mehr dick, dafür aber 13 cm hoch bzw. 20 cm im Durchmesser.

Mobiles Archiv: 1500 Bücher für die Westentasche

Unter der sehr ansehnlichen Oberfläche steckt ein wahres digitales Kraftpaket: Bis zu 1500 Bücher können auf dem 600 mal 800 Pixel großen Display, das in 16 Graustufen einstellbar ist, angezeigt werden – dafür soll die 2 GB umfassende Festplatte reichen, erklärte Jeff Bezos heute in New York.

Auch ganz ohne lästige USB-Verbindung gelangen die E-Books auf das Kindle: Per UMTS und Amazons kostenloser Whispernet-Funktechnologie – binnen nur 60 Sekunden soll so ein gesamtes Buch verfügbar sein. Verbessert gegenüber der Vorgänger-Version wurde die Akkulaufzeit, die nun bei Inbetriebnahme bis zu vier Tage bzw. gar zwei Wochen im Offline-Modus halten soll.

Kindle-Fans in Europa müssen warten: Launch am 24. Februar nur in den USA

Zusätzlich zu dem inzwischen 230.000 Titel umfassenden Buchangebot können auch ausgesuchte Tageszeitungen und Weblogs angesehen und abonniert werden.

Das u.a. mit Bestseller-Autor Stephen King vorgestellte neue Kindle kommt jedoch mit einem Wermutstropfen daher: Günstig ist Amazons digitales Lesegerät auch in der zweiten Version nicht. Stolze 359 Dollar kostet das neue Kindle, das ab sofort vorbestellt werden kann und schon morgen in zwei Wochen erscheinen soll. Doch das weiterhin nur in den USA: Kindle-Fans in Europa müssen vorerst weiter auf das Debüt warten.

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