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Erfolgreiches Jahr für „Spiegel“-Chefduo

In dieser Woche ist die (ehemals) neue „Spiegel“-Chefredaktion ein Jahr im Amt. Zeit, eine erste Bilanz ihrer Arbeit zu ziehen – und die fällt durchweg positiv aus. Mathias Müller von Blumencron und Georg Mascolo haben die Zweifel ausräumen können, die ihren Start als Nachfolger des autoritätsbewussten Stefan Aust begleiteten. Dass der Doppelspitze, die aus den Reihen der nicht immer einfachen Redaktion rekrutiert wurde, auch intern ein guter Job attestiert wird, ist dabei ebenfalls bemerkenswert.

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In dieser Woche ist die (ehemals) neue „Spiegel“-Chefredaktion ein Jahr im Amt. Zeit, eine erste Bilanz ihrer Arbeit zu ziehen – und die fällt durchweg positiv aus. Mathias Müller von Blumencron und Georg Mascolo haben die Zweifel ausräumen können, die ihren Start als Nachfolger des autoritätsbewussten Stefan Aust begleiteten. Dass der Doppelspitze, die aus den Reihen der nicht immer einfach zu führenden Redaktion rekrutiert wurde, auch intern ein guter Job attestiert wird, ist dabei ebenfalls bemerkenswert.

Die Stimmung an der Brandstwiete, das bestätigen viele Redakteure, ist so gut wie seit Jahren nicht mehr. Dem Führungsduo wird eine ungebrochene „Faszination fürs Journalistische“ nachgesagt. Eine ganze Reihe von investigativen Coups geht in den ersten zwölf Monaten auf ihr Konto: Herausragend sind sicherlich die Aufdeckung des „Siemens“-Skandals, die Enthüllung der Daten-Affäre um die Telekom sowie die Exklusiv-Geschichten zur Hypo Real Estate und Sachsen / LB.

Dass dies sich nicht immer unmittelbar in den Heftverkäufen niedergeschlagen hat, tut dem Erfolg keinen Abbruch. Die wichtigste Währung im Investigativen ist immer noch die Credibility und der Beitrag zum Markenimage. Davon ab braucht die Chefredaktion den Vergleich mit dem Vorgänger auch bei der Auflage nicht zu scheuen. Den beiden neuen Chefredakteuren ist es immerhin gelungen, die verkaufte Auflage im Jahr 2008 recht stabil zu halten. Mit 1,044 Mio. verkauften Heften lag man im Jahresdurchschnitt nur 0,2% unter den Zahlen von 2007. Seit dem Rekordwert von 2003 (1,106 Mio. verkaufte Hefte) geht es jedoch auch für den „Spiegel“ Jahr für Jahr etwas nach unten.
Die Anzahl der im Einzelverkauf abgesetzten Hefte lag 2008 mit 372.459 Exemplaren zwar auf dem geringsten Stand seit mehr als 30 Jahren, doch das allein sagt wenig aus – denn die Abo-Auflage befand sich mit 472.798 gleichzeitig auf dem höchsten Niveau der vergangenen 30 Jahre. Besonders gut verkauft sich der „Spiegel“ immer dann, wenn eine DVD beiliegt. So beim noch unter Stefan Aust produzierten Rekordheft 2008, der Ausgabe 3 (Thema „Hitlers Machtergreifung“), die allein im Einzelverkauf 519.626 mal verkauft wurde, als auch bei den Bestsellern der jüngsten Zeit. Das waren die Ausgaben 45 und 52, die mit DVDs zu den Themen „Heinrich Himmler“ und „Jerusalem“ 455.353 und 448.918 mal über die Ladentische gingen.
Mit mutigen Cover-Motiven hatten die beiden Chefredakteure Erfolg. Highlights waren unter anderem „Das Kapital-Verbrechen“ zur Wirtschaftskrise, die Titel zur US-Wahl sowie aktuell das Papst-Cover „Der Entrückte. Wie ein deutscher Papst die katholische Kirche blamiert“, mit dem der „Spiegel“ ein Signal für die ganze Branche setzte. „Badseller“ waren dagegen die Titelgeschichten zur Politik der Großen Koalition – aber diese Erfahrung machte man bei der Konkurrenz auch.

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