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Der „Focus“ in der Krise

Kaum ist die Nachricht vom fast 20-prozentigen Anzeigenminus im vergangenen Jahr verhallt, da gibt es erneut ernüchternde Erkenntnisse zur Vertriebslage bei Burdas Image-Flaggschiff „Focus“. Drei Ausgaben in Folge mit einem Einzelverkauf von je gerade eben 100.000 Exemplaren weist die Heftstatistik der IVW zuletzt aus. Keine Frage: Das Nachrichtenmagazin hängt derzeit durch. Wuselige Cover-Gestaltung, Themen ohne […]

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Kaum ist die Nachricht vom fast 20-prozentigen Anzeigenminus im vergangenen Jahr verhallt, da gibt es erneut ernüchternde Erkenntnisse zur Vertriebslage bei Burdas Image-Flaggschiff „Focus“. Drei Ausgaben in Folge mit einem Einzelverkauf von je gerade eben 100.000 Exemplaren weist die Heftstatistik der IVW zuletzt aus. Keine Frage: Das Nachrichtenmagazin hängt derzeit durch. Wuselige Cover-Gestaltung, Themen ohne Durchschlagskraft – so präsentierte sich das Blatt in den letzten Wochen 2008.

Entschlossenes Krisenmanagement ist gefragt. Keine der letzten acht abgerechneten Ausgaben (bis einschließlich Heft 49/08) schaffte es im Einzelverkauf (EV) über die 130.000er-Marke. Und die „psychologisch“ wichtige Barriere von 200.000 EV-Verkäufen durchbrach das Magazin 2008 nur vier Mal – ausschließlich mit Fitness- und Gesundheitsthemen. „Fit for Fun“ statt Fakten für die Info-Elite: Wie lange kann das gut gehen?

Bei den wichtigen meinungsbildenden Komplexen wie der Finanzkrise oder dem neuen Amerika unter Barrack Obama konnten die Münchner (zumindest verkaufsmäßig) nicht punkten. Es half auch nicht, dass in letzter Zeit regelmäßig Booklets auf dem Cover mitgeliefert wurden. Mit Blick auf die Vertriebszahlen scheint sich diese Maßnahme eher kontraproduktiv auszuwirken.

Wie eine Kehrtwende zu schaffen wäre, ist von außen schwer zu beurteilen. Es wundert aber nicht, dass sich in jüngster Zeit die Gerüchte mehren, wonach prominente journalistische Verstärkung im Anflug sein soll. Ein Hochkaräter aus der Hauptstadt, wird gemunkelt, ein Blattmacher mit Strahlkraft. Allerdings: Solche Spekulationen hat es (vereinzelt) seit Jahren gegeben, ohne dass etwas daraus wurde. Andererseits: Nie schien die Not so groß wie derzeit. Und schon kursieren Meldungen über anstehende Umwälzungen an der Arabellastraße. Man darf gespannt sein.

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