News Corp.: Krise erfasst Murdoch schwer

Neue Schockmeldung aus New York: Das amerikanisch-australische Medienkonglomerat News Corp. musste nach Handelsschluss an der Wall Street enttäuschende Quartalszahlen bekannt geben. Wegen Abschreibungen auf den integrierten Dow Jones-Konzern rutschte das von Rupert Murdoch gegründete Medien-Imperium tief die roten Zahlen. Aber auch operativ enttäuschte News Corp. schwer. Einziger Lichtblick ist das "Wall Street Journal".

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Kein Aufatmen in der kriselnden Medienbranche. Im Gegenteil: Das Zahlenwerk, dass das Medienkonglomerat News Corp. gestern nach Handelsschluss vorlegte, fiel noch schlechter als befürchtet aus. „Der Abschwung ist heftiger und voraussichtlich länger als zunächst gedacht“, räumte der inzwischen 77-Jährige Firmengründer Rupert Murdoch ein.

Das Medien-Imperium, zu dem unter anderen das Filmproduktionstudio Twentieth Century Fox, der Nachrichtenkanal Fox News und die „Times“ gehören, musste schwächere Ergebnisse in allen Konzernsparten ausweisen. „In praktisch allen Segmenten  lagen die  Umsätze und Konzernergebnisse  untern den Erwartungen“, resümmierte der Medienanalyst Steve Birenberg.

Schwieriger Werbenmarkt: Umsätze und Gewinne gehen zurück

Wegen Abschreibungen nach den US-Bilanzierungsstandards auf die im Vorjahr übernommene Dow Jones-Gruppe wies News Corp. insgesamt einen Verlust von happigen 6,4 Milliarden Dollar aus. Aber auch operativ blieb das US-Unternehmen hinter den Erwartungen zurück: Vor Steuern und Abschreibungen konnte Murdoch nur einen Gewinn von 12 Cent je Aktie ausweisen. Die Wall Street hatte jedoch mit 20 Cent je Anteilsschein gerechnet.

Auch die Umsätze lagen mit 7,9 Milliarden Dollar deutlich unter den Konsensschätzungen, die noch bei 8,4 Milliarden Dollar gelegen hatten. Das entspricht einem Minus von rund 8 Prozent. Analysten hatten mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau gerechnet.

Auch MySpace enttäuscht, Lichtblick „Wall Street Journal“

Vor allem die Erlöse im TV-Geschäft entwickelten schwach – allen voran der italienische Bezahlsender Sky Italia, der die Spiele der Serie A überträgt, enttäuschte schwer. Auch der Internet-Hoffnungsträger MySpace, der zur Division „Interactive Media“ zählt, konnte gerade mal Umsätze auf Vorjahresniveau ausweisen, verlor dabei aber Geld.

Ein Lichtblick stellte dagegen das teuer erkaufte  „Wall Street Journal“ dar, das gegen Marktrend bei den Abonntenzahlen sogar zulegen konnte. Die Online-Ausgabe des „Journals“ erlöste im vergangenen Jahr zudem bereits 120 Millionen Dollar an Werbeumsätzen.

Schwacher Ausblick lässt Aktie abstürzen

„Ich bin mit allen unseren Zeitungen extrem zufrieden“, erklärte Murdoch im Conference Call. „Es gab niemals einen größeren Hunger nach News. Ich habe großes Vertrauen in unserer Angebot“. 

Das teilten Anleger jedoch offenkundig nicht. Die News Corp-Aktie geriet nachbörslich massiv unter Druck – ein Minus von mehr als 9 Prozent auf unter 7 Dollar. Maßgeblichen Anteil daran hatte nicht zuletzt der sehr schwache Ausblick, der von einem weiteren Gewinneinbruch um 30 Prozent ausgeht.

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