Runge räumt Fehler bei „Vanity Fair“ ein

In seinem ersten Interview nach dem Ende als Europa-Chef von Condé Nast gesteht Bernd Runge Fehler bei der Entwicklung von „Vanity Fair“ ein. Der Titel „ist noch auf dem Weg, eine eigene unverwechselbare Stimme zu finden“, sagt der 48-Jährige dem „SZ-Magazin“. Runge gibt sich sogar eine Mitschuld an der bislang enttäuschenden Performance des Heftes. Spekulationen über eine bevorstehende „Vanity Fair“-Abwicklung bezeichnet er aber als „Interpretation auf Stammtischniveau“.

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Die schleppende Auflagen-Entwicklung beim Millionen-Euro-Projekt „Vanity Fair“ war wohl einer der Hauptgründe für das Ausscheiden des gebürtigen Rostockers aus dem US-Verlag. Selbstkritisch gesteht der 48-Jährige ein, dass er den Fehler gemacht habe, das Magazin zu einem Zeitpunkt auf den Markt zu bringen, zu dem der Verlag damit überfordert gewesen sei. „Der gesamte Apparat war in Teilen nicht bereit für ein solches Projekt“, sagt Runge dem „SZ-Magazin“ (Erscheinungsdatum: 6. Februar).

Tatsächlich war es ein besonders ehrgeiziges Projekt, die legendäre amerikanische Zeitschriften-Ikone „Vanity Fair“ nach Deutschland zu holen und aus dem Monatsmagazin einen wöchentlichen Titel zu machen. Die wöchentliche „Vanity Fair“ war ein verlegerischer Husarenritt, bei dem sich der Verlagsmanager offenbar verrechnete.

In dem Interview spricht der ehemalige Verlags-Manager auch offen über seine Kontakte zur DDR Staatsicherheit ein. „Ja, es gab diese Kontakte“. Runge bestreitet aber, jemals Berichte über einzelne Personen für die Stasi geschrieben zu haben.

Im Dezember 2008 schied der 48-Jährige als Condé Nast-Europachef aus. Sein Plan: Erst einmal ein ganzes Jahr Urlaub. Doch anstatt zwölf Monate dauert die Auszeit doch nur ein paar Wochen. Denn demnächst übernimmt Runge den Vorsitz des Kunstauktionshauses Phillips de Pury.

Einen Nachfolger für Runge sucht Condé Nast noch immer. Doch anstatt einen neuen Deutschland-Chef zu präsentieren, musste der Verlag gerade erst die Nachricht des geplanten Rückzuges des „Vanity Fairs“-Chefredakteurs Nikolaus Albrecht verkraften.

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