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OpenTable: Erster Börsengang in der Krise

Es ist ein wackerer Versuch in schwersten Krisenzeiten – der Gang an die Börse. OpenTable, ein Restaurant-Tischreservierer im Internet, versucht trotz denkbar ungünstiger Vorzeichen seine Aktien am Markt zu platzieren. Die Neuemission an der amerikanischen Technologiebörse würde 40 Millionen Dollar in die Kasse des 1999 in San Francisco gegründeten Unternehmens spülen. Ob der Börsengang jedoch tatsächlich kommt, hängt von der Nachfrage der Investoren ab.

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Wer kennt das nicht:  Der Abend ist nah, doch die guten Plätze im Restaurant sind längst belegt. Hätte man doch zuvor einen Tisch bestellt! Was manchmal in aller Trägheit am Griff zum Telefonhörer – oder, noch früher, an der Suche nach der Telefonnummer – scheitert, wird im Internet wieder einmal mit einem Mausklick erledigt.   

Möglich macht dies zum Beispiel das Online-Tischreservierungssystem OpenTable. Das noch vor der Jahrhundertwende gegründete Internet-Unternehmen aus San Francisco bietet inzwischen Reservierungen bei fast 10.000 Restaurants rund um den Erdball an. Kernmarkt sind naheliegenderweise die USA mit fast 9000 Angeboten – auch in Deutschland, Frankreich, England, Spanien, Portugal, der Schweiz, Irland, Kanada, Mexiko und Hongkong  ist OpenTable aber bereits vertreten.

Steigende Erlöse, aber leichtes Minus: 2008 41 Prozent mehr umgesetzt

Auf zweierlei Wegen verdient OpenTable mit den Reservierungen Geld: Zum einen durch eine Abonnentengebühr, die Anbieter für ihre Präsenz auf der Webseite abführen (54 Prozent der Umsätze) – zum anderen durch die tatsächlich erfolgte Buchungsvermittlung (42 Prozent der Umsätze).

Und tatsächlich: Die Erlöse steigen rasant. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2008 zogen die Umsätze massiv an: Ein Anstieg um 41 Prozent auf 41 Millionen Dollar. Unterm Strich fiel ein kleines Minus von 149.000 Dollar an, während operativ – vor Steuern und Abschreibungen – ein Plus von 261.000 Dollar im 9-Monatszeitraum erlöst wurde.   

Seit 1999 wurden über OnlineTable 85 Millionen Reservierungen durchgeführt. Tatsächlich ist der Gastronomie-Sektor ein Massenmarkt, in dem 2008 sieben Milliarden Dollar  umgesetzt wurden. Allerdings sollen die Erlöse imtw laufenden Jahr um 12 bis 15 Prozent fallen. 

Davon ist auch OnlineTable betroffen: Im Börsenprospekt musste das Unternehmen eingestehen, dass die Zahl der Online-Reservierungen im vierten Quartal um 10 bis 15 Prozent zurückgegangen ist.

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