LinkedIn startet in Deutschland

Seit Mittwochmorgen 0.01 Uhr ist es soweit: Der Xing-Rivale LinkedIn ist auch in Deutschland mit einer eigenen Sprachversion online. Lange wurde in der Branche darauf gewartet, dass die globale Nummer eins den deutschen Platzhirschen auf dessen Heimatmarkt herausfordert. Innerhalb eines Jahres will LinkedIn seine deutschen Nutzerzahlen auf eine Million verdoppeln. Das Pfund, mit dem der Neuling wuchert, sind weltweit 35 Millionen Mitglieder und ein sehr nutzerfreundliches Bezahlmodell.

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Wie sein Rivale, setzt auch der Xing-Konkurrent auf ein Freemium-Modell. Heißt: Es gibt eine kostenlose, abgespeckte Version des Angebotes und eine kostenpflichtige Voll-Version der Seite. „Im Gegensatz zu unserem Konkurrenten sind bei uns ein Großteil der Funktionen kostenlos – beispielsweise die Suche und alle Informationen zu den Kontakten innerhalb ihres persönlichen Netzwerks. Erst wenn Sie das Profil eines Mitgliedes außerhalb ihres Netzwerkes sehen wollen, müssen sie ein Premium-Mitglied sein“, erklärte Europa-Chef Kevin Eyres gegenüber MEEDIA.

Die Ziele für den Deutschland-Start der Business-Plattform sind erst einmal bescheiden. „Aktuell haben wir rund 500.000 deutsche Mitglieder. In diesem Jahr wollen wir die Zahl auf eine Million verdoppeln“, sagt Eyres. Weltweit verfügt LinkedIn aktuell – nach eigenen Angaben – über 35 Million Mitglieder. Aus Europa kommen alleine neun Millionen Kunden. Alle 17 Tage erhöht sich diese Mitgliederzahl um eine Million Nutzer. Das entspricht 59.000 Neuanmeldungen pro Tag. Damit entfaltet das Netzwerk global gesehen einen ungeheuren Sog. Der bislang jedoch fast komplett an Deutschland vorbei ging.
Hierzulande ist Xing noch immer die unangefochtene Nummer eins. Die Hamburger kommen aktuell auf knapp 7 Millionen Nutzer. Mit einer erheblichen Wachstums-Tendenz. Einer der Hauptgründe: die Wirtschaftskrise, die große Unsicherheit der Arbeitnehmer und aktuellen Entlassungen sind gut fürs Geschäft der Business-Netzwerke. „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen ist es für Geschäftsleute auf der ganzen Welt von großer Bedeutung, dass sie sich mit ihrem persönlichen Business-Netzwerk austauschen können“, LinkedIn-CEO Reid Hoffmann.

Den Deutschland-Start lassen die US-Amerikaner erst einmal entspannt angehen. Ein Büro in Hamburg, Berlin oder München will Europ-Chef Eyres erst einmal nicht eröffnen. Das neue Angebot wird erst einmal von London aus mitgesteuert und auch eine Werbe- oder spezielle Marketing-Kampagnen sind nicht geplant. Stattdessen hofft LinkedIn auf den viralen Anziehungskraft seiner Community. Eine Vorgehensweise, die an den Facebook-Start vor einem Jahr erinnert. Erst als die US-Amerikaner die Aktivitäten in Deutschland erhöhten, zogen auch die Nutzerzahlen merklich an.

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