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NYT: Internetgeschäft schrumpft auch

Gute und schlechte Nachrichten von der "New York Times". Die gute: Die vielleicht beste Zeitung der Welt kann noch schwarze Zahlen schreiben. Die schlechte: Der Gewinn brach noch einmal um fast die Hälfte ein. Auch die Umsätze gingen zweistellig zurück. Und schlimmer noch: Sogar der Hoffnungsträger – das Internetgeschäft – brach zum Ende des Jahres ein. Um den weiterhin massiven Schuldenstand zu bedienen, soll nun die Beteiligung am Baseball-Verein Boston Red Sox veräußert werden.

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Der Aderlass geht weiter: Im abgelaufenen vierten Quartal musste die New York Times-Gruppe einen erneuten Gewinnrückgang verkraften. Das an der US-Traditionsbörse NYSE gelistete Unternehmen verdiente  zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember Gewinne von 27,65 Millionen Dollar oder 19 Cent je Aktie, was einem Rückgang von 48 Prozent entsprach. Ohne Abschreibungen für Sondereffekte hätte die New York Times sogar 36 Cent je Aktie verdient

Damit lag die NYT jedoch noch über den Konsensschätzungen, die mit 9 Cent weniger gerechnet hatten.  Auch die Umsätze  konnten die Wall Street-Erwartungen leicht übertreffen:  Statt der erwarteten 767,5 Millionen Dollar erlöste die NYT-Gruppe tatsächlich 772 Millionen Dollar – vor einem Jahr wurden  jedoch noch 866 Millionen Dollar umgesetzt – ein Minus von 11 Prozent.      

Anzeigenerlöse verschlechtern sich zusehends

So weit, so wenig überraschend. Einen wirklich bitteren Beigeschmack an  der rückläufigen Gesamtentwicklung fügt jedoch ausgerechnet ein Wachstumssegment hinzu. Erstmals musste auch das Online-Geschäft schrumpfende Umsätze beklagen. Die Erlöse aus Online-Werbung gingen im vierten Quartal 2008 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,5 Prozent zurück.  Schlimmer noch: Im Dezember brachen die Online-Werbeerlöse sogar um 13 Prozent gegenüber dem November ein.

Und die Lage scheint sich nicht zu verbessern: Während das Online-Segment im Januar auf dem schwachen Vormonatsniveau dümpelt, musste das Anzeigengeschäft im Print-Bereich nochmals Federn lassen, wie NYT-CEO Janet Robinson mitteilte:   „Bis jetzt sehen wir im Januar nochmals einen Einbruch im  Anzeigengeschäft des Zeitungssegments gegenüber Dezember“.

Goldman Sachs mit Red Sox-Verkauf betraut

Um den massiven Schuldenstand, der sich weiterhin auf fast eine Milliarde   Dollar beläuft, zu bedienen, hat die NYT bekannt gegeben, seine 17,75-Prozent-Beteiligung am Baseball-Verein Boston Red Sox , die über Sport-Holding New England Sport Venturesgebündelt ist,  verkaufen zu wollen. Dafür wurde bereits die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt.
 
Des Weiteren prüft der Verlag den Verkauf der Anteile am  neu gebauten Verlagshaus im Zentrum von New York. An dem Prunkbau ist die „New York Times“ mit 58 Prozent beteiligt. Vor Kurzem hat der mexikanische Milliardär Carlos Slim 250 Millionen für hoch verzinste Schuldverschreibungen bereitgestellt. Im Mai läuft eine Kreditlinie in Höhe von 400 Millionen Dollar aus. Dieselbe Summe wird 2011 noch mal fällig.

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