dpa-Verzicht: Verliert DerWesten Traffic?

Dpa-Kollateralschaden: Der komplette Verzicht der Essener WAZ-Gruppe auf Inhalte der Deutschen Presse Agentur könnte zu einem im deutschen Web bislang noch nie gesehenen Phänomen führen: Dem Internet-Portal droht ein massiver Traffic-Verlust beziehungsweise ein spürbarer Rückgang der Page Impressions und der Visits. Grund: Es fehlen auf einen Schlag bis zu 100.000 Artikel, die alle über eine Google-Suche zu finden gewesen wären.

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Mit diesem Effekt wird die Nachrichten-Seite Opfer eines negativen LongTail-Effekts. Normalerweise besteht der sogenannte Longtail bei Nachrichten-Seiten darin, dass sich bei einer Google-Suche zu unzähligen Themen hunderttausende von alten Artikeln des Portals noch finden lassen. So strömt jeden Tag eine gewisse Menge an Usern auf die Seite, die gar nicht aktiv die Plattform ansteuerte. Diese Longtail-Surfer sind für jede News-Seite, wie auch Blogs ein gewichtiger Traffic-Faktor.

Durch die Beendigung der Zusammenarbeit von dpa und derWesten, musste Chefredakteurin Katharina Borchert nun die Löschung aller archivierten Artikel anordnen, die auf Material der Hamburger Presseagentur basieren. Laut Webseiten-Suche von derWesten betrifft das 96.000 Dokumente. Google findet im Archiv des Portals sogar über 100.000 Dokumente, in denen der Suchbegriff DPA vorkommt.

Wie groß der Traffic-Verlust tatsächlich wird, lässt „nicht seriös Schätzen“, wie ein hochrangiger Insider gegenüber MEEDIA analysiert. „Ich würde aber davon aussgehen, dass dadurch eine Menge Besucher und Klicks fehlen werden.“ Auf eine MEEDIA-Anfrage zu diesem Phänomen hat sich Chefredakteurin Borchert bislang noch nicht geäußert.

In der aktuellen IVW-Auswertung für Dezember 2008 kommt derWesten auf 40 Millionen Page Impressions und 5,2 Millionen Visits. Innerhalb eines Jahres steigerte die Plattform ihren Klicks um 152 Prozent und die Visits um 133 Prozent.

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