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Davos: Das globale Dorf im Zeichen der Krise

Vorhang auf für das 39. World Economic Forum in der höchst gelegenen Stadt Europas – Davos. 2500 Teilnehmer werden den 13.000 Einwohner zählenden Luftkurort bevölkern - darunter auch die Prominenz aus Politik, Wirtschaft und der Medienbranche. Die Crème de la Crème davon trifft sich traditionell am Rande der mythisch verklärten Winterlandschaft zur Burda Night, die auch ganz im Zeichen der Krise stehen wird. Weißwein, nicht Champagner soll heute Abend serviert werden, heißt es.

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Der Glanz vergangener Tage wirft seine Schatten bis heute: Sharon Stone oder Naomi Campbell durfte Hubert Burda schon zu seiner legendären Davoser Partynacht – dem heimlichen Höhepunkt des fünftägigen Weltwirtschaftsforums – begrüßen.

Am heutigen Mittwochabend dürfte bei der traditionellen „Burda Night“ im „Steigenberger Belvédère“ alles jedoch ein bisschen anders zugehen. Im Zeichen der mutmaßlich größten Finanzkrise seit der Depression der 30er-Jahre wird indes allzu hemmungsloses Feiern nur schnell zur Untugend, die sich niemand nachsagen lassen will. Also übt sich die Prominenz wenn schon nicht in Demut, dann zumindest in selbst auferlegter Bescheidenheit. 

Entsprechend haben sich die Prioritäten bei der Auswahl des sogenannten Stargastes des Burda-Events auch verschoben: Nicht ein internationales Top-Modell wie Naomi Campell, die noch im Vorjahr als Überraschung des Abends auftrat, sondern der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle, der sich in diesen Tagen über Wählerzuwachs wie nie freuen kann, wurde zum Party-Promi der Veranstaltung ausgerufen – Politik schlägt Glamour.

„Die Welt nach der Krise gestalten“: Politikprominenz kommt nach Davos

Abseits des Partyklatsches dürfte vor allem die Politik in Davos für Gesprächsstoff sorgen. So hochkarätig besetzt wie nie ist die Teilnehmerliste des 39. World Economic Forums, das unter dem Motto „Die Welt nach der Krise gestalten“, heute beginnt.

So haben sich neben Bundeskanzlerin Angela Merkel auch der russische Ministerpräsident Wladimir Putin, der britische Premierminister Gordon Brown und Chinas Premier Wen Jiabao angekündigt. Insgesamt wollen 43 Staats- und Regierungschefs, 17 Finanz- und 20 Handelsminister sowie 19 Zentralbanker an der Tagung teilnehmen.

Barack Obama und Mitarbeiter seines Stabs werden jedoch wegen der gerade  erfolgten Übernahme der Amtsgeschäfte fehlen. Stattdessen wird das frühere demokratische Präsidentenduo Bill Clinton und Al Gore vor Ort sein.

39. World Economic Forum: „Ein Sanatorium für die Weltwirtschaft“

60 Prozent der Teilnehmer sollen trotzdem weiter aus der Wirtschaftswelt kommen – darunter der frühere Microsoft-Chef Bill Gates, Newscorp.-Gründer Rupert Murdoch, Deutsche Bank-CEO Josef Ackermann, Siemens-Chef Peter Löscher, BASF-Vorstand Jürgen Hambrecht und Bayer-CEO Werner Wenning, der gleichzeitig als Co-Chairman der diesjährigen Veranstaltung fungiert.

Ins Leben gerufen wurde das World Economic Forum 1971 vom deutschen Professor Klaus Schwab, der die diesjährige Veranstaltung im Zeichen der globalen Krise als „ein Sanatorium für die Weltwirtschaft“ einordnet. „Wenn sie von der Intensivstation kommen, können die Patienten im Sanatorium normalerweise zu ihrer Stärke zurückfinden.“ Die eigentliche Frage bleibt jedoch, ob die Weltkonjunktur die  Intensivstation bereits verlassen ist.

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