Handball populärer als Fußball

Das traurige Ausscheiden der deutschen Mannschaft bei der Handball-WM hat nochmal richtig abgeräumt: 8,42 Mio. sahen die zweite Halbzeit der Niederlage gegen Dänemark bei RTL, darunter 3,42 Mio. 14- bis 49-Jährige. Marktanteile von 32,1% bzw. 35,2% und klare Tagessiege in beiden Zuschauergruppen. Selbst das DFB-Pokal-Spiel zwischen dem VfB Stuttgart und Bayern München hatte da keine Chance und landete mit 5,87 Mio. bzw. 1,94 Mio. weit hinter dem Handball.

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Selbst „Dr. House“ und „CSI: Miami“ hatten bei den 14- bis 49-Jährigen damit mehr Zuschauer als der DFB-Pokal – und das, obwohl seit Wochen nur Wiederholungen gezeigt werden. „CSI: Miami“ schalteten 2,33 Mio. junge Zuschauer ein, „Dr. House“ 2,25 Mio. Das sind mit 17,9% und 17,1% allerdings nur noch Zahlen, die knapp über dem Mittelmaß liegen. Die Konkurrenz hatte in der Prime Time kaum eine Chance gegen RTL und das ZDF: Sat.1 blieb mit „Wie angelt man sich seine Chefin“ bei mittelmäßigen 10,5% hängen, ProSieben kam mit „The next Uri Geller“ sogar nur auf unschöne 10,4%. Freuen darf sich hingegen kabel eins: „Phenomenon – Das Unmögliche wird wahr“ kletterte um 20.15 Uhr auf 8,4% – ein stolzer Wert für den Sender. RTL II erzielte mit „Zuhause im Glück“ hingegen nur befriedigende 6,3%, Vox blieb mit „Goodbye Deutschland!“ noch dahinter: mit unbefriedigenden 6,2%.

Die Dienstags-Quoten in der Detail-Analyse:

RTL: Abschied von den Mega-Quoten der Handball-WM
(12-Monats-Durchschnitt: 15,8% / Dienstag: 19,5%): Mit einem lachenden und einem weinenden Aufge werden die RTL-Verantwortlichen heute auf die Quoten schauen. Das Lachende freut sich über die starken Zahlen, das Weinende betrauert, dass es nach dem Ausscheiden des deutschen Teams nicht noch einmal solch großartige Zuschauerzahlen geben wird, denn das Spiel um Platz 5 wird sicher nicht noch einmal mehr als 8 Mio. anlocken. Mit 33,7% und 35,2% war der Handball im jungen Publikum erneut noch ein bisschen populärer als insgesamt (29,4% und 32,1%). Ab 20.15 Uhr waren die Quoten dann nur noch okay: „CSI: Miami“ und „Dr. House“ erzielten 17,9% und 17,1%, „Psych“ 16,0%.

ProSieben: „The Next Uri Geller“ bleibt ein Flop
(12M: 11,8% / Di: 10,0%): Die zweite Staffel der überflüssigen „The Next Uri Geller“-Show kommt nicht in Fahrt. Auch diesmal blieb sie mit 10,4% klar unter dem Soll und fuhr für ProSieben den schlechtesten Marktanteil zwischen 18.10 Uhr und 1 Uhr nachts ein. Interessanterweise ging es im Anschluss deutlich nach oben: „Comedy-Street“ schaffte um 22.50 Uhr immerhin 11,7%, „TV total“ um 23.25 Uhr sogar 12,8%. Am Vorabend hatte man wie alle anderen Sender keine Chance gegen die Handball-WM, den höchsten Marktanteil des Tages erreichte „We are Family!“ mit 14,8% am Nachmittag.

Sat.1: Nichts zu holen ab 18.30 Uhr
(12M: 10,7% / Di: 11,7%): Sat.1 liegt mit 11,7% in der Tageswertung zwar klar über den Sendernormalwerten, doch das lag erneut nur am starken Nachmittagsprogramm – u.a. mit 21,5% für „Zwei bei Kallwass“. Ab 18.30 Uhr ging es abwärts – nur „K11 – Kommissare im Einsatz“ kletterte im gesamten Programm bis 3 Uhr nachts mit 10,9% knapp über den Senderdurchschnitt. Im Abendprogramm gab es hingegen nur 10,5% für „Wie angelt man sich seine Chefin“ und 10,0% für „Akte 09“.

Vox: „Goodbye Deutschland!“ bleibt ein Schwachpunkt
(12M: 7,4% / Di: 7,1%): Die Auswanderer-Doku-Soap „Goodbye Deutschland!“ war auch in dieser Woche der Verlierer im Vox-Dienstagabendprogramm. Zwischen 19 Uhr und Mitternacht holte sie mit 6,2% den gringsten Marktanteil und lag deutlich hinter den Erfolgsformaten „Das perfekte Dinner“ (10,9%) und „Unter Volldampf!“ (9,4%). Auch im Anschluss an „Goodbye Deutschland!“ lief es besser: mit 7,8% für die „stern TV Reportage“ und vor allem 8,6% für „Spiegel TV Extra“.

Das Erste: Solide Zahlen für Prime-Time-Serien
(12M: 7,5% / Di: 5,8%): Im Gesamtpublikum sind sie weiterhin zwei der größten Quotenbringer für Das Erste, bei den 14- bis 49-Jährigen gab es auch diesmal zumindest ordentliche Marktanteile. Die Prime-Time-Serien „Familie Dr. Kleist“ und „In aller Freundschaft“ sind gemeint – und ihre jeweils erreichten 7,8% im jungen Publikum. Zweistellig wurde es erneut wieder nur beim „Sturm der Liebe“ (11,3%) und der 20-Uhr-„Tagesschau“ (10,2%), besonders schlecht sah es am Vorabend aus – der RTL-Handball ist Schuld.

ZDF: Mit Fußball über den Senderdurchschnitt
(12M: 7,1% / Di: 8,2%): Es war zwar nicht der glänzende Tagessieger, aber gute Quoten hat das DFB-Pokal-Spiel zwischen dem VfB Stuttgart und Bayern München dennoch geholt. Insgesamt gab es mit 5,87 Mio. Zuschauern 18,5%, bei den 14- bis 49-Jährigen mit 1,94 Mio. 14,8%. Mit ein wenig mehr Spannung hätte es sicher auch noch bessere Zahlen gegeben. Durch die Zusammenfassungen der drei anderen Spiele blieben die ZDF-Marktanteile im jungen Publikum bis 23.15 Uhr zweistellig, selbst „Neues aus der Anstalt“ lag mit 8,0% noch über den ZDF-Normalwerten.

RTL II: Erst um 22.15 Uhr ging es aufwärts
(12M: 6,1% / Di: 5,8%): Ein weitgehend miserabler Tag für RTL II. Zwischen 13 Uhr und 20 Uhr gab es nur zwei Programme, die mit 6,3% wenigstens das Mittelmaß erreicht haben: „Ninja Warrior“ und eine Episode von „Still Standing“. „Big Brother“ rutschte hingegen dank Handball-WM wieder nach unten – auf 5,2%. „Zuhause im Glück“ erreichte um 20.15 Uhr mit 6,3% immerhin das Mittelmaß, doch richtig gut wurde es erst ab 22.15 Uhr mit 8,3% und 9,1% für zwei Ausgaben von „Exklusiv – Die Reportage“.

kabel eins: „Phenomenon“ mit phänomenalen Quoten
(12M: 5,5% / Di: 6,3%): Für kabel eins lief es um 20.15 Uhr exzellent: „Phenomenon – Das Unmögliche wird wahr“ schoss mit 1,06 Mio. 14- bis 49-Jährigen und 8,4% deutlich über den Senderdurchschnitt und hob kabel eins in der Tageswertung damit auf tolle 6,3%. Auch im Anschluss ging es gut weiter: Bis 1 Uhr nachts blieben alle Formate bei mehr als 6%. Zweitellig wurde es erneut in der Mittagszeit: mit 10,3% für „Two and a Half Men“.

Die kleineren Sender: Auch das DSF punktet mit Handball
Die letzte Chance des deutschen Teams, das Spiel zwischen Polen und Norwegen, war der Quotenbringer des DSF. Immerhin 0,34 Mio. 14- bis 49-Jährige zogen es dem parallel laufenden DFB-Pokal vor – 2,5% in der Zielgruppe. Am Vorabend lief es sehr gut für den KI.KA und Super RTL: „Unser Sandmännchen“ (6,0%) und „Hotel Zack & Cody“ (4,7%) holten bei den 14- bis 49-Jährigen tolle Quoten. In der Prime Time sprang das SWR Fernsehen mit einem „Tatort“ zudem auf 3,0%.

Das Gesamtpublikum: Sport und Serien dominieren
Handball, Fußball und die ARD-Serien haben sich die ersten Plätze der Dienstags-Charts aufgeteilt. Ganz vorn findet sich die Handball-WM mit 8,42 Mio. Zuschauern in der zweiten Halbzeit, dahinter folgen „Familie Dr. Kleist“ (6,05 Mio.), die erste Handball-Halbzeit (5,91 Mio.), der DFB-Pokal (5,87 Mio.) und „In aller Freundschaft“ (5,85 Mio.). Zuschauerstärkste Nicht-ARD-ZDF-RTL-Sendung war „Niedrig und Kuhnt“ (Sat.1) mit 3,22 Mio. Zuschauern.

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