Neue Besitzer: DDP soll weiter expandieren

Eine Agentur greift an: Ende vergangener Woche kauften die ehemaligen Vorstände Peter Löw und Martin Vorderwülbecke den Deutschen Depeschen Dienst (DDP). Auf einer Pressekonferenz erklärten sie nun ihre Ziele. Wichtigste Losung: Der eingeschlagene Expansionskurs soll fortgeführt werden. Dabei schließen sie Kooperationen und sogar Zukäufe nicht aus. „Wir gehen mit offenen Augen durch die Welt und sehen, was sich anbietet“, sagte Vorderwülbecke.

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Seit drei Jahren erwirtschaftet die Agentur Gewinne und konnte ihre Ergebnisse jedes Jahr um durchschnittlich 12 Prozent steigern. Bei einem Umsatz von 12 Millionen Euro blieb 2008 ein operativer Überschuss von 2,5 Millionen Euro. Um den Wachstumskurs halten zu können, setzt das Management, neben der Option Zukäufe zu tätigen, vor allem auf Kooperationen. Im Fotobereich arbeitet die Berliner Agentur bereits mit der französischen AFP zusammen.
Das Fotogeschäft gehört zu den wichtigsten Standbeinen des Deutschen Depeschen Dienstes. Nach einigen verlustreichen Jahren ab Mitte der 90er konzentrierte man sich erst einmal sehr stark auf den Aufbau einer großen und guten Bildersammlung. Mit Hilfe des Fotoarchivs wurden dann alle weiteren Agentur-Felder neu aufgestellt. Die Logik dahinter: die redaktionellen Kunden kaufen erst ein Bild, dann aber auch den bereits passend dazu geschriebenen Artikel.   
Mittlerweile arbeitet Chefredakteur Joachim Widmann an einem weiterführenden Konzept. „Wir wollen es schaffen, jeden Tag zu allen relevanten Themen eine interessante und gut geschriebene Hintergrund- bzw. Analysegeschichte, ein Feature oder ein Porträt zu liefern, dazu dann noch möglichst viele Exklusiv- und Lesegeschichten. Die Meldung, dass etwas passiert ist, haben die Leser einer Tageszeitung schon am Tag davor im Internet gelesen oder im TV gesehen“, sagte Widmann gegenüber Meedia. „Der Trend geht im Print zur magazinartigen „täglichen Wochenzeitung“. Genau für diese neue Anforderung schneiden wir unsere Inhalte passgenau zu.
Wir liefern den Zeitungen Lesestoff, der auch am nächsten Morgen noch relevant ist. Dazu können Sie natürlich nicht einfach eine Pressemitteilung umschreiben.“
Die neuen Besitzer sind gar nicht neu. Sowohl Löw als auch Vorderwülbecke saßen bereits im Vorstand der Agentur. Den DDP-Kauf wickelten sie zwar über ihre Industrie-Beteiligungsgesellschaft ab, doch direkt danach überführten sie den Deutschen Depeschen Dienst in ihren Privatbesitz. Durch diese Konstruktion wollen die beiden  vom Verlagsmanagement den Rendite-Druck nehmen. Denn für die nächsten fünf Jahre planen die neuen Eigentümer, keine Gewinne aus dem Unternehmen zu entnehmen.
Stattdessen wollen Löw und Vorderwülbecke mögliche Überschüsse gleich reinvestieren. Sie sehen die Agentur als ein langfristiges Engagement, was auch der Betriebsrat erleichtert zur Kenntnis nimmt. „In den letzten 20 Jahren hatte ddp sechs Eigentümer, es wäre schön, wenn es in den nächsten 20 Jahren keine weiteren Wechsel gibt“, zitiert der „Tagesspiegel“ den ddp-Arbeitnehmervertreter André Spangenberg.

Im neuen Vorstand des Unternehmens bleibt Matthias Schulze als Geschäftsführer zuständig für den ddp-Dienst. Löw kümmert sich nun umdie Geschäftsentwicklung und sein Geschäftspartner Vorderwühlbecke um die
Akquisitionen.

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