MDR-Intendant fordert ARD-Gebührenreform

Udo Reiter, Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks, fordert eine grundlegende Gebührenreform im Senderverbund ARD zugunsten Ostdeutschlands. Ohne Änderungen werde der Osten von den Standards des öffentlich-rechtlichen Rundfunks abgekoppelt. „Man muss die Sache an der Wurzel anpacken, kleinere Änderungen reichen nicht aus“, sagte Reiter gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die jetzige Gebührenverteilung sei unvernünftig und unlogisch.

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Reiter schlägt vor, einen Sockelbetrag von 10 bis 20 Prozent der Rundfunkgebühren gleichmäßig auf alle Sender zu verteilen. Bisher wird innerhalb der ARD rund ein Prozent der Gebühren auf die kleinen Anstalten umverteilt, das entspricht in diesem Jahr rund 54 Millionen Euro. Der überwiegende Teil der Gebühren werde jedoch nach der Einwohnerzahl vergeben, kritisierte Reiter. „Ein „Tatort“ kostet aber genau so viel, ob er in einem bevölkerungsreichen Land gedreht wird oder in einem Land mit wenigen Einwohnern“, so Reiter.

Für den MDR benannte der Intendant vor allem zwei Probleme. „Wir verlieren pro Jahr rund 70.000 Menschen im Sendegebiet, das entspricht 4,5 Millionen Euro weniger Einnahmen.“ Zudem wohne ein Drittel aller Hartz-IV-Empfänger in Sachsen, Thüringen und Sachsen- Anhalt. Diese Gruppe muss keine Rundfunkgebühren bezahlen. „Wenn man alles addiert, verlieren wir pro Jahr 72 Millionen Euro durch Abwanderung und Gebührenbefreiung.“

Reiter verwies darauf, dass der MDR die Ausgaben erheblich gekürzt habe. So seien von 2005 bis 2008 rund 100 Millionen Euro eingespart worden. In diesem Jahr wird der MDR laut Plan rund 647,4 Millionen Euro einnehmen und einen Überschuss von 1,7 Millionen Euro erzielen. Bis zum Ende der Gebührenperiode 2012 soll der Etat ausgeglichen sein.

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