Zune-Flop: Microsofts ewige Baustelle

Der weltgrößte Software-Konzern Microsoft hat eine ungemütliche Woche hinter sich: Zunächst wurden die ersten Massenentlassungen in der Geschichte des Unternehmens bekannt gegeben, dann sogar Gewinnrückgänge im abgelaufenen Quartal. Im Schatten der Bilanzvorlage ging eine andere schlechte Nachricht fast unter: Der vor mehr als zwei Jahren als iPod-Killer ins Rennen geschickte MP3-Player Zune entwickelt sich immer mehr zum Kassengift. Droht dem Zune nun das Aus?

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Es war das eigentliche Highlight einer starken Quartalsbilanz: Sage und schreibe 22.727.000 iPods gingen im zurückliegenden Quartal über den Ladentisch, teilte Apple in der vergangenen Woche bei Vorlage der jüngsten Geschäftsbilanz mit. Dabei hatten Branchenexperten zuvor mit zweistelligen Einbrüchen gerechnet.

Der ungebrochene Boom von Apples beliebtem MP3-Player fordert jedoch seine Opfer. Immer noch ist weit und breit kein Herausforderer zu sehen, der Apples großer Comebackstory im laufenden Jahrzehnt auch nur halbwegs ernsthaft Paroli bieten könnte.

Fußnote der Microsoft-Quartalsbilanz: Zune-Division bricht weg

Als ein solch möglicher Konkurrent wurde vor zweieinhalb Jahren noch der mit großem Marketing-Aufwand ins Rennen geschickte MP3-Player von Microsoft gesehen. Mit viel Vorschusslorbeeren war der Zune schließlich im Weihnachtsquartal 2006 gestartet – bis heute jedoch ist er dem Anspruch, den der weltgrößte Softwarehersteller an neue Produkte hegt – nämlich zu den Besten der Branche zu gehören -, praktisch komplett schuldig geblieben. 

Das geht nicht zuletzt aus der jüngsten Quartalsbilanz hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde und alles andere als gut von der Wall Street aufgenommen wurde. Erstmals seit sieben Jahren musste das wertvollste Software-Unternehmen der Welt dabei einen Gewinnrückgang und nur noch knapp einen Umsatzanstieg verkünden.

Harter Rückschlag für Zune: 54 Prozent Umsatzeinbruch im Weihnachtsquartal

Dazu hat es bei Zune gar nicht mehr gereicht. Im Gegenteil: Kein anderes Microsoft-Produkt ist so massiv eingebrochen wie der unbeliebte MP3-Player, der auch mehr als zwei Jahre nach dem Debüt auf dem US-Markt noch immer nicht in Europa erschienen ist.  

Um happige 54 Prozent knickten die Zune-Absätze ein – und das, obwohl zum wichtigsten Dreimonatszeitraum des Jahres extra noch neue Modelle erschienen waren – nämlich die dritte Generation mit einer 120 GB-Festplatte und Akkulaufzeit bis zu 30 Stunden.

Alley Insider: „Zeit für Microsoft, den Zune zu beerdigen“

Geholfen hat es alles nichts. Gerade mal 85 Millionen Dollar setzte Microsoft im vierten Quartal noch mit dem Zune um – verglichen mit 3,37 Milliarden, die Apple mit dem iPod in die Kassen spülte.

Entsprechend höhnisch kommentiert die Wirtschaftspresse den ungewohnten Fehlschlag aus Redmond. „ Der Zune-Player bewegt sich von einem niedrigen zu gar keinem Marktanteil“, teilt etwa das renommierte „Wall Street Journal“ mit. Das Technologieportal „Alley Insider“ geht noch einen Schritt weiter: „Es ist Zeit für Microsoft, den Zune zu beerdigen“.  

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