Printed Blog: „Internet saves newspaper“

Schwierige Zeiten produzieren interessante Ideen. Am morgigen Dienstag feiert in Chicago und San Francisco eine Gratis-Zeitung Premiere, deren Inhalt ausschließlich aus Weblogs recycelt wird. „The Printed Blog“ heißt das Unternehmen und bezeichnet sich selbst als „a revolutionary newspaper that reads and functions like a web feed “. Der Schwerpunkt der innovativen Gratis-Zeitung liegt auf regionaler Berichterstattung, finanzieren soll sich das Projekt durch lokale Werbung.

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Schwierige Zeiten produzieren interessante Ideen. Morgen hat in Chicago und San Francisco eine Gratis-Zeitung Premiere, deren Inhalt ausschließlich aus Blogs recycelt wird. „The Printed Blog“ heißt das Unternehmen und bezeichnet sich als „a revolutionary newspaper that reads and functions like a web feed – yet can still be enjoyed on the train and spreads across the breakfast table“. 
Dass Print-Inhalte ins Internet wandern, ist nichts Neues. Joshua Karp, ein Software-Experte, wills jetzt einmal andersrum versuchen. „Why hasn’t anyone tried to take the best web content and bring it offline?“  Er überschreibt seine Pressemeldung reichlich großspurig mit „Internet saves Newspaper
Der Schwerpunkt der neuen Gratis-Zeitung liegt auf lokaler Berichterstattung, finanzieren soll sie sich durch lokale Werbung. Zunächst startet „The Printed Blog“ auf Wochenbasis, aber Karp hat ambitionierte Pläne: Er träumt davon, dass seine Zeitung einmal über ganz Amerika in hundert von verschiedenen Ausgaben erscheint, möglichst sogar zweimal am Tag.  
Die New York Times berichtet, Karp habe sich zum Start immerhin die Unterstützung von 300 Bloggern sichern können, die einen Share an den Anzeigeneinnahmen erhalten. Attraktiver als die paar Cents dürfte für die Blogger dabei die kostenlose Werbung sein. 

Die Zeitung besteht aus 6 Seiten im Format 11×17 Inches (28×44 cm) und macht auf den ersten Blick einen durchaus ansehnlichen Eindruck. Verteilt soll sie morgen zunächst an drei Bahnstationen in Chicago und San Francisco sein. Eine New Yorker-Ausgabe soll in Kürze folgen.  
So interessant sich dieses Experiment anhört, in der Praxis stellen sich viele Fragenzeichen: 

  • Gratiszeitungen leben vom Anzeigeneinnahmen. Kann eine Zeitung mit einer simplen Zweitverwertung von Blogartikeln genügend Anzeigenkunden überzeugen? Wirkt eine Zeitung ohne eigene Redaktion nicht etwas seltsam?
  • Auch wenn Karp keine Redaktionskosten hat, er muss immer noch für Papier, Druck und Distribution zahlen. Und hat Verwaltungsaufwand. Es wird nicht leicht werden, diese Kosten mit Anzeigen wieder einzuspielen. 
  • Es hat in den letzten 20 Jahren wohl kaum einen schlechteren Zeitpunkt gegeben, ein innovatives Medienprojekt zu starten. Das Unternehmen hat angeblich nur 12.000 Dollar Eigenkapital und hofft bei ersten Erfolgen auf Venture Capital. Aber ob Risikokapitalgeber in der heutigen Zeit eine Zeitung unterstützen, erscheint sehr fragwürdig. 

Auch wenn dieses Projekt aus diesen Gründen vermutlich scheitern wird,  es ist ein interessanter Ansatz. Ich kann mir vorstellen, dass man in den nächsten Jahren mehr zum Thema „From Web to Print“ hören wird.

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