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„Trend zur täglichen Wochenzeitung“

In den letzen Jahren ein durchschnittliches Wachstum von zwölf Prozent, neue Verträge mit der WAZ und M. DuMont Schauberg. Der Deutsche Depeschen Dienst (DDP) ist die aktuelle Erfolgsgeschichte unter den Nachrichtenagenturen. Aus einem kleinen DPA-Rivalen wird ein ernsthafter Konkurrent. Im MEEDIA-Interview verrät DDP-Chefredakteur Joachim Widmann sein Erfolgsgeheimnis: „Wir liefern den Zeitungen Lesestoff, der auch am nächsten Morgen noch relevant ist.“

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Ist es eine gute Nachricht, dass die beiden ehemaligen ddp-Vorstände Peter Löw und Martin Vorderwülbecke die Agentur wieder gekauft haben?
Ja. Sie sind vertraute Gesichter und Menschen, mit denen wir immer wunderbar zusammen gearbeitet haben.
 
Ihrer Agentur gelangen gerade einige viel beachtete Neukundenfänge.
Das ist richtig. Wir konnten gerade die WAZ-Gruppe überzeugen, nach ihrer dpa-Kündigung im großen Umfang noch weitere Pakete bei uns zu buchen. Ein weiteres Beispiel: Wir schlossen im vergangenen Sommer einen großen Vertrag mit M. DuMont Schauberg ab.
 
Können Sie ihr Wachstum beziffern?
Für 2008 noch nicht in Prozenten, das operative Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen ist von 1,8 auf 2,5 Millionen Euro gestiegen. Inklusive 2007 gilt jedoch, dass wir seit 2005 ein durchschnittliches Wachstum von 12 Prozent pro Jahr erzielen konnten.
 
Was unterscheidet Sie von Konkurrenten wie dpa?
Ich will mich zu unseren Konkurrenten nicht äußern. Aber ein großer Unterschied liegt in den verschiedenen Preismodellen.
 
Sie sind günstiger?
Ja. Und bei ddp kann sich jeder Kunde seit jeher aus einer Vielzahl von Modulen sein eigenes passgenaues Angebot zusammenstellen.  Die einzelnen Module sind so verzahnt, dass das eine das andere bedingt.
 
Zum Beispiel?
Abonnenten unseres Bilderdienstes sehen ein tolles Aufmacherfoto, das sie gerne bringen wollen. Den passenden Text und die spannende Hintergrundstory bekommen sie aber nur, wenn sie das entsprechende Text-Modul dazubuchen. Das funktioniert auch anders herum. Heißt: Wir achten sehr darauf, dass wir zu jeder eigenen Geschichte Top-Bildmaterial liefern können.
 
Arbeitet die DPA genauso?
Wie gesagt, über die Konkurrenz müssen Sie deren Kunden fragen. Wenn ich vorstelle, was wir bei ddp gut machen, will ich damit nicht zugleich behaupten, andere machen das falsch. Zu unserer Arbeitsweise kann ich sagen: Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche.
 
Was heißt das?
Ich versuche immer, als Blattmacher zu denken. So wollen wir es schaffen, jeden Tag zu allen relevanten Themen eine interessante und gut geschriebene Hintergrund- bzw. Analysegeschichte, ein Feature oder ein Porträt zu liefern, dazu dann noch möglichst viele Exklusiv- und Lesegeschichten. Die Meldung, dass etwas passiert ist, haben die Leser einer Tageszeitung schon am Tag davor im Internet gelesen oder im TV gesehen. Der Trend geht im Print zur magazinartigen „täglichen Wochenzeitung“. Genau für diese neue Anforderung schneiden wir unsere Inhalte passgenau zu.
Wir liefern den Zeitungen Lesestoff, der auch am nächsten Morgen noch relevant ist. Dazu können Sie natürlich nicht einfach eine Pressemitteilung umschreiben.
 
In welchen Bereichen wollen Sie in den kommenden Monaten besonders Gas geben?
Ich denke, wir werden versuchen, uns im Online-Geschäft noch besser aufzustellen. Auch wenn ein Großteil der Verlage da noch recht unentschieden ist, zeichnet sich im Internet Wachstum ab.

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